Validierung der MEIKs – ein Tool zur Risikoeinschätzung

Dr. Barbara Bergmann
Universität Bonn

Schutzfaktoren in die polizeiliche Einschätzung des Kriminalitätsrisikos junger Beschuldigter einzubeziehen, kann nicht nur Urteilsverzerrungen vorbeugen, sondern auch die Vorhersagekraft erhöhen.
Die Merkmale zur Einschätzung des individuellen Kriminalitätsrisikos (MEIKs) stellen das erste Instrument für die polizeiliche Jugendsachbearbeitung dar, welches eine ausgewogene und strukturierte Risikoeinschätzung ermöglicht, indem nicht nur Risiko- sondern auch Schutzfaktoren systematisch erfasst werden. Vorgestellt werden Befunde aus zwei Studien, welche die Vorhersagekraft der MEIKs in Kooperation mit der Polizei Niedersachsen (N = 43) und NRW (N = 124) prüfte. Die MEIKs wiesen eine signifikante Vorhersagekraft insbesondere für allgemeinen Rückfall innerhalb eines Jahres auf. Durch Hinzunahme der Schutzfaktoren verbesserte sich die Vorhersagegenauigkeit noch zusätzlich.
Die Befunde lassen außerdem vermuten, dass die Güte der Vorhersage von Alters-, Delikts- und Tätergruppe abhängig ist. Zukünftige Datenerhebungen in weiteren Bundesländern werden die Erkenntnislage zur Güte der MEIKs weiter ausbauen und verfestigen.

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