GaTe-RAI: Risikoanalyseinstrument für Intimizide
Tanita Rumpf
Psychologische Hochschule Berlin
Im Jahr 2023 wurde in Deutschland gut jeden zweiten Tag eine Person von ihrem:r (Ex-)Partner:in getötet. Die Prävention solcher Intimizide ist daher wichtig. Bislang werden zu deren Vorhersage meist Risikoanalyseinstrumente eingesetzt, die auf Risikofaktoren für häusliche Gewalt basieren. Intimiziden geht aber nicht immer Gewalt voraus, weswegen das Tatrisiko z.T. unterschätzt wird. Oft finden sich vor den Taten aber Tatankündigungen (Leaking) und andere Warnsignale, die in der Risikoeinschätzung für Intimizide bislang nur unzureichend berücksichtigt werden. Das „Risikoanalyseinstrument für Intimizide“ (GaTe-RAI) soll diese Lücke nun schließen. Um das Instrument zu entwickeln, wurden staatsanwaltschaftliche Ermittlungsakten systematisch analysiert und u.a. Informationen zu Leaking und weiteren Warnsignalen sowie potentiellen Tatauslösern in 79 Fällen von Intimiziden sowie 139 Fällen, in denen eine solche Tat angekündigt, aber nicht umgesetzt wurde, extrahiert.
