Familiäre Trennung als Gesundheitsrisiko: Was tun?

Prof. Dr. Matthias Franz
Universitätsklinikum Düsseldorf

Jedes sechste Kind in Deutschland wächst nach – zumeist konflikthafter – Trennung der Eltern in einer Einelternfamilie auf. Die Mehrfachbelastungen und vielfach nachgewiesenen Gesundheitsrisiken alleinerziehender Eltern teilen sich auch den betroffenen Kindern mit. So zeigen Kinder und Jugendliche aus Einelternfamilien – zum Teil bis ins Erwachsenenalter – häufiger Beeinträchtigungen ihrer Gesundheit sowie ihrer sozialen und kognitiven Entwicklung als Kinder aus Zweielternfamilien (u.a. Schul- und Verhaltensprobleme, Übergewicht, erhöhter Alkohol- und Nikotinkonsum).
Dies lässt sich nur teilweise durch das Zusammentreffen von Alleinerziehendenstatus mit ungünstigen sozioökonomischen Faktoren wie Armut oder geringer Schulbildung erklären. Weitere Einflussfaktoren sind das Ausmaß elterlicher Konflikte, das elterliche Erziehungsverhalten und die elterliche psychische Gesundheit. Insbesondere unter Depressionen leiden Alleinerziehende zwei- bis dreimal häufiger. Diese gehen mit eingeschränkter Emotionsverarbeitung und Empathiefähigkeit einher und stellen einen gesicherten Risikofaktor für die kindliche kognitive, emotionale und soziale Entwicklung dar.
Deswegen fokussiert das Elterntraining wir2 auf die Verbesserung der emotionalen Elternkompetenzen und der Feinfühligkeit sowie auf die Deeskalation des Paarkonfliktes. Aktuelle Ergebnisse zur Wirksamkeit werden dargestellt.

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