Die Rolle der Polizei in der Täterarbeit häusliche Gewalt

Christof Furtwängler
Diakonie - Soziale Dienste Oberbayern Fachstelle Täter*innenarbeit häusliche Gewalt
Dr. Idah Nabateregga
Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt e.V.

Täterarbeit stellt einen wichtigen Bestandteil der Interventionsmöglichkeiten zur Bekämpfung häuslicher Gewalt dar. Die häufigsten Zugangswege der Klienten zu den Täterarbeitseinrichtungen (TAE) erfolgen über justizielle Weisungen, Empfehlungen von anderen Behörden oder soziale Einrichtungen. Selten sind gewaltausübende Personen selbstmotiviert eine TAE aufzusuchen. Zu den Gründen zählen die oft fehlenden Informationen oder Wissen über Angebote der Täterarbeit. Dadurch wird der bestmögliche Zeitpunkt für eine sofortige Intervention des Gewaltausübenden verpasst. Der frühestmögliche Zeitpunkt, bei dem Gewaltausübende in einen deeskalierenden Beratungsprozess eingebunden werden, stellt die beste Gelegenheit dar, weitere Gewalthandlungen zu verhindern.
Daher empfiehlt die BAG TäHG die Umsetzung des proaktiven Ansatzes bei der Polizeiarbeit. Ähnlich wie bei der Opferhilfe, werden nach dem polizeilichen Einsatz die Daten durch die Polizei an die örtlich zuständige Interventionsstelle bzw. TAE weitervermittelt, um Beratung und Krisenintervention durchzuführen. Als präventive Maßnahme wäre dies ein wichtiger Beitrag für die nachhaltige Beendigung häuslicher Gewalt und die effektive Umsetzung der Istanbul-Konvention im Täterarbeitsbereich. Auch mit Blick auf den Gewaltschutz von Kindern ist dies wichtig, denn Kinder sind von der Gewalt von Vätern gegenüber Müttern mitbetroffen.

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