Radikal ICH – Prävention durch Identitätsstärkung?

Larissa Sander
Drudel 11 e.V.

Radikale Gruppierungen teilen unabhängig ihrer Ausrichtung ein gemeinsames Merkmal: Die Bereitschaft, im Dienste einer „höheren Sache“, Gewalt anzuwenden und persönliche Werte den Gruppenwerten unterzuordnen. Dabei ist es nicht zwingend von Belang, ob die „höhere Sache“ eine Religion, eine politische Einstellung oder völlig anders geartete Motive wie Umweltschutz darstellt. Auch Gewaltbereitschaft erstreckt sich auf einem Spektrum, das von Gewalt bei Demonstrationen bis hin zu terroristischen Aktivitäten reicht. Mitglieder radikaler Gruppierungen scheinen in ihrer Identität mit der Gruppenidentität zu verschmelzen. Persönliche Grundbedürfnisse wie Sicherheit und körperliche Unversehrtheit werden im Kampf um die Zielerreichung hintenangestellt.
Welche Rolle spielen also Selbstwahrnehmung und Identität im Radikalisierungsprozess? Und welche Interventionsmöglichkeiten ergeben sich hieraus? Anhand eines praktischen Beispiels aus dem Bereich Strafvollzug sollen Möglichkeiten und Grenzen zur Radikalisierungsprävention und Deradikalisierungsarbeit durch Identitätsstärkung diskutiert werden. Vorangestellt werden Überlegungen über die generelle Wirkung von Gruppenprozessen auf die Selbstwahrnehmung und den Nutzen sozialer Gruppen für die Identitätsbildung.

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