Resonanzachsen und ideologische Deradikalisierung

Frank Buchheit
Landeskriminalamt Baden-Württemberg

Deradikalisierungsprogramme für Extremisten stehen vor der Herausforderung, einen weltanschaulichen Wandel der Klienten anleiten zu müssen, um einen nachhaltigen Erfolg der Maßnahme sicherstellen zu können. Hieraus ergeben sich nicht zuletzt ethische Fragestellungen ("wie soll man mit Zwang zur Freiheit erziehen?"), die häufig in Richtung der Hilfe zur Selbstbildung beantwortet wurden. Im konkreten Praxisfeld existieren bislang nur vereinzelte Darstellungen möglicher Ansatzpunkte und methodisch-didaktischer Zugänge.
Der Beitrag versucht mithilfe eines Schemas von Resonanzachsen (nach Hartmut Rosa: a) Familie, Freundschaft, Politik; b) Objekte, Arbeit, Schule, Sport; c) Religion, Natur, Kunst und Geschichte) nachzuzeichnen, wo Angehörige der rechtsextremen Szenen zu Resonanzpathologien verleitet wurden und wo demnach die ideologische Deradikalisierung ansetzen kann, Entfremdung zu überwinden und den Aufbau von resonanten Beziehungen zu fördern.
Das Referat basiert auf einer Sekundärauswertung von Interviews mit Rechtsextremismus-Aussteigenden zu Resonanzbeziehungen vor und nach dem Ausstieg und leitet daraus Folgerungen für die Praxis deradikalisierender Maßnahmen ab.

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