09.12.2021

UNICEF Bericht zur Situation der Kinder in der Welt 2021

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Der UNICEF Bericht zur Situation der Kinder in der Welt 2021 untersucht erstmals die weltweite psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.  Nicht zuletzt die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie haben deutlich gemacht, wie wichtig es ist, die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu fördern, gefährdete Kinder zu schützen und besonders verletzliche Kinder zu unterstützen. Aber die Belastungen durch die Pandemie sind nur die Spitze des Eisbergs. Bereits vorher war ein beträchtlicher Teil der Mädchen und Jungen psychisch belastet. Schätzungsweise jeder siebte junge Mensch zwischen zehn und 19 Jahren weltweit lebt mit einer diagnostizierten psychischen Beeinträchtigung oder Störung. (Deutschsprachige Zusammenfassung der zentralen Berichtspunkte

Der Report zeigt auf, dass mentale Gesundheit ein essentieller Teil der Gesundheit insgesamt ist und fordert verstärkte Investitionen in übergreifende Maßnahmen in allen Bereichen der Gesellschaft – nicht nur im Gesundheitsbereich. Familien müssen gestärkt und ein schützendes, förderndes Umfeld in der Schule und in der Gemeinde geschaffen werden. Darüber hinaus ruft UNICEF dazu auf, das Schweigen um das Thema psychische Gesundheit zu brechen, Stigmatisierung zu überwinden und die Erfahrungen und Sorgen der Kinder und jungen Menschen ernst zu nehmen. Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen weltweit – einige Fakten:
• Schätzungsweise jeder siebte junge Mensch zwischen zehn und 19 Jahren (13 Prozent) lebt mit einer diagnostizierten psychischen Beeinträchtigung oder Störung laut Definition der Weltgesundheitsorganisation. Das entspricht 80 Millionen Jugendlichen im Alter von 10 bis 14 Jahren und 86 Millionen Heranwachsenden im Alter von 15 bis 19 Jahren.
• Weltweit nehmen sich jedes Jahr schätzungsweise 45.800 junge Menschen zwischen zehn und 19 Jahren das Leben – ein junger Mensch alle elf Minuten. In der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen ist Suizid die vierthäufigste Todesursache nach Verkehrsunfällen, Tuberkulose und Gewalttaten.
• Die weltweiten Investitionen in die Prävention von psychischen Erkrankungen sind extrem niedrig. In einigen der ärmsten Länder der Welt geben Regierungen durchschnittlich weniger als einen US-Dollar pro Person für die Behandlung von psychischen Erkrankungen aus. In Entwicklungs- und Schwellenländern kommen auf 100.000 Einwohner im Schnitt 0,1 Psychiater*innen, die sich auf Kinder und Jugendliche spezialisiert haben. In den Industrieländern sind es 5,5 pro 100.000.
• Bei einer aktuellen repräsentativen Befragung in 21 Ländern von UNICEF und Gallup in diesem Sommer sagten 83 Prozent der jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren, dass sich psychische Probleme besser bewältigen lassen, wenn man seine Erfahrungen mit anderen teilt und Hilfe sucht, anstatt die Probleme mit sich selbst auszumachen. In Deutschland sind sogar 91,7 Prozent der jungen Menschen dieser Meinung.

Ein Service des deutschen Präventionstages.
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