02.05.2012

Kooperation mit der Glücksspielindustrie oder Prävention

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) schreibt in ihrem aktuellen Newsletter: "Seit den Änderungen der 5. Novelle der Spielverordnung vom 17.12.2005 hat die Anzahl all jener Menschen, die durch ihr Glücksspiel an Automaten in schwere psychische, finanzielle und soziale Probleme geraten, drastisch zugenommen. Inzwischen befassen sich 87 % aller ambulanten Therapien für pathologische Glücksspieler mit hochproblematischem Spielverhalten an Automaten. Die besonders dramatischen Auswirkungen reichen dabei von Betrugsdelikten, Privatinsolvenzen, Arbeitsplatzverlusten und Scheidungen bis hin zum Suizid. Gegenwärtig bewerben die Hersteller und Anbieter von Glücksspielautomaten deren angebliche Sozialverträglichkeit auch durch Kooperationen mit einigen wenigen örtlichen Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege. Solche Kooperationen werden von allen Wohlfahrtsverbänden im Interesse einer glaubwürdigen, wirkungsvollen Prävention einhellig abgelehnt."


Unlängst erschien die gemeinsame Erklärung von 8 Dachorganisationen zum Thema: "Positionierung der Suchthilfeverbände zu Fragen der Kooperation mit der Glücksspielindustrie - Verbände der Suchthilfe sprechen sich derzeit gegen eine generelle Zusammenarbeit mit der Automatenindustrie aus."

 

Weitere Hintergrundinformationen von der Pressekonferenz (21.03.2012) "Deutschland vor der Entscheidung. Glücksspiel entfesseln oder Glücksspielsucht bekämpfen." finden sich ebenfalls auf der Webseite der DHS.

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de


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