
Die Frankfurter Erklärung: eine Orientierung für politische Bildung in der BNE
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Die Frankfurter Erklärung baut auf dem Beutelsbacher Konsens auf, der eine zentrale Grundlage politischer Bildung darstellt. Die Thesen der Frankfurter Erklärung greifen den pädagogischen Umgang mit gesellschaftlichen Entwicklungen auf – beispielsweise Konflikte und unterschiedliche Interessen in demokratischen Gesellschaften und deren Aushandlungsprozesse.
Die Grundlagen der Frankfurter Erklärung
Innerhalb der sechs Thesen wird die Komplexität gesellschaftlicher Verhältnisse, ihre Vielschichtigkeit und damit verbundene Abhängigkeiten in den Mittelpunkt gestellt. Gefordert wird, bestehende Verhältnisse kritisch zu hinterfragen, Probleme sichtbar zu machen und deren Ursachen zu analysieren, um tragfähige Lösungsansätze zu entwickeln. Politische Bildung soll , realen Konflikten und unterschiedlichen Perspektiven verbinden und so kritisches, engagiertes Denken und Handeln ermöglichen.
Die sechs Thesen im Überblick
- Krisen: Eine an der Demokratisierung gesellschaftlicher Verhältnisse interessierte Politische Bildung stellt sich den Umbrüchen und vielfältigen Krisen unserer Zeit.
- Kontroversität: Politische Bildung in einer Demokratie bedeutet, Konflikte und Dissens sichtbar zu machen und um Alternativen zu streiten.
- Machtkritik: Selbstbestimmtes Denken und Handeln wird durch Abhängigkeiten und sich überlagernde soziale Ungleichheiten beschränkt. Diese Macht- und Herrschaftsverhältnisse gilt es, wahrzunehmen und zu analysieren.
- Reflexivität: Politische Bildung ist selbst Teil des Politischen und Lernverhältnisse sind nicht herrschaftsfrei. Politische Bildung legt diese Einbindung offen.
- Ermutigung: Politische Bildung schafft eine ermutigende Lernumgebung, in der Macht- und Ohnmachtserfahrungen thematisiert und hinterfragt werden.
- Veränderung: Politische Bildung eröffnet Wege, die Gesellschaft individuell und kollektiv handelnd zu verändern.
Anwendung im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
Politische Bildung und BNE sind eng miteinander verknüpft. Demokratie und Partizipation sind dabei zentrale Prinzipien beider Bereiche, die sich in einem wechselseitigen Verhältnis gegenseitig stärken. Politische Bildung wird als integraler Bestandteil von BNE verstanden.
Aktuell bestehende Beispiele aus der Praxis, in denen politische Bildung und BNE verbunden werden:
- Forum "Politische Bildung, Nachhaltigkeit und Transformation (PolBNT )"/ Pädagogische Hochschule Weingarten: Lernmaterialien und Informationen über aktuelle Entwicklungen und Veranstaltungen sowie Diskussionsprozesse.
- "Klima, Kollaps, Kommunikation – Perspektiven auf das Climate Endgame" / Hochschule Hannover: Politische Bildung und die Verknüpfung zu BNE – Stärkung von Handlungskompetenzen.
- "BNE politisch denken! Politische Bildung als Grundpfeiler von BNE-Lernsettings im Sachunterricht"/ Gesine Bade : didaktische Ansätze im Sammelband.
- Lernmaterialien- und Publikationendatenbank: weitere Impulse im Filter politische Bildung.
- Selbstlernkurs BNEhoch3: Schnittstellen von Demokratiebildung, politischer Bildung und nachhaltiger Entwicklung.
www.praeventionstag.de
