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Sonntag, 9. August 2026

Wunsch und Wirklichkeit: Familienplanung weltweit unter Druck

Neue Umfrage zeigt: Junge Menschen können ihren Kinderwunsch nicht realisieren

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In fünf von sieben Weltregionen gelten zwei Kinder als die ideale Familiengröße – doch bei einer großen Mehrheit der Menschen entspricht dies nicht der realisierten Kinderzahl. Zum Weltbevölkerungstag am 11. Juli veröffentlicht der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) die neue Studie “Lives, Choices and Futures – What young people want and what shapes their decisions about relationships and parenthood” (Leben, Entscheidungen und Zukunft – Was junge Menschen sich wünschen und was ihre Entscheidungen in Bezug auf Beziehungen und Elternschaft beeinflusst), die zeigt, dass die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen viele junge Menschen davon abhalten, ihre Familienpläne zu verwirklichen. Im Rahmen der “Demographic Futures”-Umfrage wurden in 73 Ländern über 100.000 internetnutzende Menschen zwischen 18 und 39 Jahren befragt. "Die Ergebnisse deuten auf eine Kluft zwischen den Erwartungen und den wahrgenommenen Möglichkeiten hin", so UNFPA-Exekutivdirektorin Diene Keita im Vorwort zur Studie. Als Voraussetzung für Elternschaft nennen 88 Prozent der Befragten finanzielle Sicherheit, 87 Prozent sichere Beschäftigung und 85 Prozent emotionale Bereitschaft.

Diese Voraussetzungen sehen offenbar auch in Deutschland die wenigsten erfüllt. Aktuelle Auswertungen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) auf Basis des familiendemografischen Panels FReDA belegen: Die Geburtenrate ist zwischen 2021 und 2024 von 1,58 auf 1,35 Kinder pro Frau gesunken, während der Kinderwunsch im gleichen Zeitraum stabil blieb. Frauen wünschen sich im Schnitt 1,76, Männer 1,74 Kinder; die als ideal angesehene Kinderzahl liegt bei rund 2,2 Kindern. Der sogenannte „Fertility Gap“ – die Differenz zwischen Kinderwunsch und tatsächlicher Geburtenrate – hat sich bei Frauen im angegebenen Zeitraum von 0,18 auf 0,41 mehr als verdoppelt. Die Rahmenbedingungen machen es für junge Menschen schwierig, ihre gewünschte Kinderzahl zu verwirklichen – und das gilt global. „In Ländern des Globalen Nordens wie Deutschland sind verlässliche Kinderbetreuung, bezahlbarer Wohnraum und eine bessere Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit dabei ebenso entscheidend, wie die stärkere Beteiligung von Vätern an der Sorgearbeit", sagt Prof. Dr. C. Katharina Spieß, Direktorin des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung.

Quelle (idw) und mehr

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