Donnerstag, 25. Juni 2026

Prävention gesamtgesellschaftlich stärken

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Bei den Gesundheitsausgaben belegt Deutschland den europäischen Spitzenplatz, doch bei der Lebenserwartung reicht es nur fürs Mittelfeld. Gesundheitsförderung und Prävention müssen daher in allen gesellschaftlichen Bereichen einen deutlich höheren Stellenwert bekommen. Das fordert der Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes, der dazu ein Positionspapier mit zehn Forderungen für eine erfolgreiche Prävention beschlossen hat.

Zehn Forderungen für erfolgreiche Prävention:

  1. „Health in all Policies” auf allen föderalen Ebenen als Standard etablieren: Konsequente Prüfung der gesundheitlichen Auswirkungen von politischen Vorhaben, insbesondere von Gesetzesänderungen (Gesundheitsverträglichkeitsprüfungen)
  2. Präventionsstrukturen reformieren und finanzieren: Um bevölkerungsweite Gesundheitseffekte erzielen zu können: Regelung, dass alle Akteure, von denen der Erfolg der nationalen Präventionsstrategie maßgeblich abhängt, verbindliche – auch finanzielle – Beiträge leisten, insbesondere Bund, Länder, Kommunen
  3. Bedingungen schaffen, die einen gesundheitsförderlichen Lebensstil erleichtern: Potenziale struktureller und insbesondere auch gesetzgeberischer Maßnahmen stärker nutzen und dabei die evidenzbasierten und kosteneffektiven Maßnahmen der WHO („best buys") zur Reduktion von gefährdendem Tabak- und Alkoholkonsum, ungesunder Ernährung sowie physischer Inaktivität durchführen
  4. Präventionsangebote sichtbar, unbürokratisch und leicht zugänglich machen: Aufbau einer digitalen Transparenzplattform aus Bundesmitteln, die regional verfügbare Gesundheitsförderungs- und Präventionsangebote aller Träger sichtbar und zugänglich macht
  5. Kinder- und Jugendgesundheit priorisieren: Gesundheits- und Lebenskompetenz stärker in die Rahmenpläne der Kitas und Lehrpläne der Schulen integrieren, digitale Mediennutzung an Schulen einheitlich regeln sowie nationale Empfehlungen zur Bildschirmzeit für Kinder und Jugendliche entwickeln
  6. Psychischen Erkrankungen, Einsamkeit und Suizidalität entgegenwirken: Aus Steuermitteln finanzierte Gesundheitskampagnen, u. a. zur Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen, Einsamkeit und Suizidalität
  7. Mit Impfungen wirksam die Gesundheit schützen: Adressatengerechte Kommunikation, um Impfquoten zu erhöhen und um Desinformation sowie Impfskepsis zu begegnen, sowie prioritäre Einführung eines elektronischen Impfpasses und Integration in die elektronische Patientenakte (ePA)
  8. Früherkennungsuntersuchungen evidenzbasiert weiterentwickeln: Neue Früherkennungsuntersuchungen nur auf Basis verlässlicher Evidenz einführen, die einen klaren Patientennutzen bestätigt, und digitale Unterstützungssysteme nutzen, um das Wissen über die Möglichkeiten von Früherkennungsuntersuchungen und eine gezielte Ansprache vulnerabler Bevölkerungsgruppen zu verbessern (z. B. Erinnerungsfunktionen über ePA)
  9. Personalisierte Prävention mit individuellen Gesundheitsdaten ermöglichen: Kranken- und Pflegekassen müssen Routinedaten nutzen dürfen, um sowohl Versorgungs- als auch Präventionsangebote individuell ausrichten und ihren Versicherten individualisierte Handlungsoptionen aufzeigen zu können
  10. Prävention von und bei Pflegebedürftigkeit stärken: Förderprogramme zum altersgerechten und barrierefreien Wohnen sind auszubauen. Dabei sind nicht nur bauliche Erfordernisse, sondern auch soziale Aspekte zu berücksichtigen, etwa die Förderung nachbarschaftlicher Netzwerke und sozialer Beziehungen

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Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de

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21.11.2022