Montag, 29. Juni 2026

KI in der Prävention (39)

Das Schwerpunktthema des 31. Deutschen Präventionstages am 13. und 14. April 2026 in Hannover lautete „KI in der Prävention“. Die Täglichen Präventions-News veröffentlichen seit Juli 2025 Hintergrundinformationen zu diesem Themenkomplex. 

 

KI muss der Menschheit dienen, nicht der Macht Weniger
In seiner Enzyklika „Magnifica humanitas“ stellt Papst Leo XIV. die Soziallehre der Kirche im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz in den Mittelpunkt, genau 135 Jahre nach der ersten Sozialenzyklika „Rerum novarum“. Er appelliert dazu, „eine großartige Menschheit, in der Gott gegenwärtig ist“, zu bewahren, und Wahrheit, Würde der Arbeit, soziale Gerechtigkeit sowie Frieden zu fördern. Im digitalen Zeitalter sei es notwendig, die Künstliche Intelligenz zu „entwaffnen“. „Die von Gott geschaffene großartige Menschheit steht heute vor einer entscheidenden Wahl: Entweder sie errichtet einen neuen Turm zu Babel oder sie erbaut die Stadt, in der Gott und die Menschheit gemeinsam wohnen.“ Der erste Satz der ersten Enzyklika von Leo XIV., Magnifica humanitas, „über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“ fasst die tieferliegenden Gründe und die Absicht des Schreibens zusammen.   mehr

 

DFKI veröffentlicht Privacy Guardrail: Eine Schutzschicht für KI-Prompts direkt im Browser
Immer mehr vertrauliche Informationen landen heute in Prompts für KI-Chatdienste wie ChatGPT, Claude oder Gemini. Mit Privacy Guardrail veröffentlicht das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) eine Open-Source-Erweiterung für Google Chrome, die personenbezogene und andere sensible Inhalte vollständig lokal im Browser erkennt, anonymisiert und nach der KI-Antwort wiederherstellt. Die Anwendung befindet sich in einer Public Beta und ist derzeit offiziell für Chrome auf dem Desktop freigegeben.  mehr
 

Britisches Minority Report Experiment gescheitert
In Bristol sollte die Polizei algorithmisch unterstützte prädiktive Polizeiarbeit machen. Für das Experiment sind vertrauliche Daten Hunderttausender Bürger:innen ohne deren Zustimmung gesammelt und ausgewertet worden. Alles im Namen von mehr Sicherheit. Begonnen vor 10 Jahren, wird das Projekt jetzt eingestampft, zu unpräzise sind die Auswertungsergebnisse, die Risikoscores auf Basis verschiedener Indikationsvektoren ermitteln. Aufzeichnungen zu diversen Entscheidungsprozessen des Projekts, sowie der Quellcode für die nun abgeschalteten Modelle sind übrigens irgendwie abhanden gekommen.

Quellen: D64 Ticker und golem

 

ARD MEDIA Studie zur Wahrnehmung von KI: Nutzung etabliert sich schneller als Vertrauen
Künstliche Intelligenz ist im Alltag der Menschen angekommen, ihr Einsatz in Medien und Werbung wird jedoch differenziert und vielfach kritisch bewertet. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle, repräsentative Studie von ARD MEDIA. Für die Kommunikations- und Mediabranche ergibt sich daraus ein klares Spannungsfeld: Während die Nutzung von KI-Tools bereits breite Akzeptanz findet, bestehen weiterhin erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich Kompetenz, Einordnung und Vertrauenswürdigkeit. So nutzt bereits jeder Zweite (52 Prozent) KI-Anwendungen mindestens einmal pro Woche. Gleichzeitig geben nur 44 Prozent an, sich gut mit KI auszukennen. Diese Diskrepanz verweist auf eine ausgeprägte Kompetenzlücke, die sich insbesondere entlang von Alter und Bildungsgrad zeigt: Jüngere und höher gebildete Zielgruppen sind affiner, während ältere Segmente deutlich zurückhaltender sind. Auch die Grundhaltung bleibt ambivalent: Eine knappe Mehrheit (51 Prozent) sieht zwar mehr Vorteile als Nachteile, zugleich äußert etwa die Hälfte (52 Prozent) konkrete Bedenken im Umgang mit der Technologie. Im medialen Kontext wird KI bereits deutlich wahrgenommen. 73 Prozent der Befragten haben den Eindruck, dass KI zunehmend in der Berichterstattung eingesetzt wird, während zugleich 65 Prozent angeben, häufig nicht sicher unterscheiden zu können, ob Inhalte von Menschen oder Maschinen erstellt wurden. Diese mangelnde Trennschärfe wirkt sich unmittelbar auf die Bewertung aus: Der Einsatz von KI im Journalismus wird mehrheitlich kritisch gesehen (54 Prozent negativ). Allerdings zeigt sich ein klar differenziertes Akzeptanzmuster entlang der Wertschöpfungskette. KI-gestützte Recherche und Datenanalyse stoßen auf vergleichsweise hohe Zustimmung (64 Prozent), während vollständig generierte Inhalte – insbesondere visuelle Formate wie Bilder oder Videos – mehrheitlich abgelehnt werden (66 Prozent). Auch automatisierte Personalisierung und algorithmische Selektionslogiken werden skeptisch betrachtet, vor allem wenn redaktionelle Verantwortung nicht transparent erkennbar ist.  Quelle (ARD Media) und mehr

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de

Bisherige News aus dem Bereich: KI in der Prävention