06.03.2026

AOK-Präventionsgipfel: Mehr gesunde Lebensjahre und weniger Kosten durch umfassende Präventionspolitik

Mit einer Eröffnungsrede der Bundesgesundheitsministerin Nina Warken fand am 5.3.2026 der 1. Deutsche Präventionsgipfel des AOK-Bundesverbands in Berlin. Angesichts steigender Sozialbeiträge, hoher Krankheitskosten und volkswirtschaftlicher Folgekosten sowie des schlechten Abschneidens Deutschlands im europäischen Public Health Index sieht Dr. Carola Reimann Deutschland unter Zugzwang: „Wenn wir das Thema politisch priorisieren und jetzt eine echte Präventionswende einleiten, gibt es die Chance auf mehr gesunde Lebensjahre, weniger Behandlungskosten und ein stabileres Gesundheitssystem“, so die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes. Tatsächlich nehme sie beim Thema Prävention bereits eine Akzentverschiebung wahr, so Reimann. Das Thema Prävention werde von ökonomischer und politischer Seite ernster genommen und höher eingestuft. „Langsam setzt sich auch hierzulande die Einsicht durch, dass Prävention nicht nur eine Frage des individuellen Lebensstils und der Eigenverantwortung ist. Umgekehrt gibt es auch mehr Offenheit für verhältnispräventive und fiskalische Maßnahmen, die sich in anderen Ländern bereits bewährt haben.“

Wie präsent das Thema inzwischen ist, zeigt das Programm des Präventionsgipfels, auf dem namhafte Expertinnen und Experten aus Ökonomie, Politik und Public Health-Forschung sprechen. Unter anderem werden auch erfolgreiche Beispiele für schnell wirksame Präventionspolitik aus Litauen, Großbritannien und den Niederlanden vorgestellt. Im Zentrum des Gipfels steht die Frage, welche Einsparpotentiale im Bereich Prävention zu heben sind und was Deutschland diesbezüglich von seinen europäischen Nachbarn lernen kann. 

Dass Deutschland über viel ungenutztes Präventionspotenzial verfügt, unterstreicht auf der Veranstaltung Dr. Gundo Aurel Weiler, Direktor für Prävention und Gesundheitsförderung in Europa bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Deutschland stehe vor gewaltigen demografischen und finanziellen Herausforderungen, stagniere aber seit Jahren bei der Einführung neuer Präventionsmaßnahmen. Das „größte Geberland der WHO“ könne seine „Präventionspotentiale entfesseln“ und das „politische Momentum für Prävention“ nutzen, wenn es sich zunächst konsequent auf die Eindämmung der wichtigsten Risikofaktoren Alkohol, Tabak, Zucker, Salz, Fett und Luftverschmutzung konzentriere, so Weiler. 

Dass Deutschland über viel ungenutztes Präventionspotenzial verfügt, unterstreicht auf der Veranstaltung Dr. Gundo Aurel Weiler, Direktor für Prävention und Gesundheitsförderung in Europa bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Deutschland stehe vor gewaltigen demografischen und finanziellen Herausforderungen, stagniere aber seit Jahren bei der Einführung neuer Präventionsmaßnahmen. Das „größte Geberland der WHO“ könne seine „Präventionspotentiale entfesseln“ und das „politische Momentum für Prävention“ nutzen, wenn es sich zunächst konsequent auf die Eindämmung der wichtigsten Risikofaktoren Alkohol, Tabak, Zucker, Salz, Fett und Luftverschmutzung konzentriere, so Weiler. 

Um in der Gruppe der erfolgreichen Präventions-Länder mitzumischen, muss Deutschland laut Weiler den Konsum von Alkohol und Tabak signifikant senken und mehr Maßnahmen zur Förderung gesunder Ernährung ergreifen. „So könnte Deutschland die Zahl jährlicher Krebserkrankungen um 63.000 Fälle senken und direkte Einsparungen im Gesundheitssystem von elf Milliarden Euro erzielen“, so der WHO-Experte. Damit liegen die möglichen jährlichen Einsparungen durch wirksame Prävention in einer Größenordnung des für 2027 prognostizieren GKV-Finanzlochs.

Der Konsum von Tabak und Alkohol sowie ungesunde Ernährung wirken sich aber nicht nur auf die GKV-Ausgaben, sondern auf die gesamte Volkswirtschaft aus. Die jährlichen volkswirtschaftlichen Kosten des Tabakkonsums in Deutschland werden nach Berechnungen der Universität Hamburg auf 97 Milliarden Euro geschätzt (30 Milliarden direkte Kosten), die Kosten von Adipositas auf rund 63 Milliarden Euro (29 Milliarden Euro direkte Kosten) und die des Alkoholkonsums auf 57 Milliarden Euro (17 Milliarden Euro direkte Kosten).

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de

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