26.01.2026

Bericht zur sozialen Ungleichheit 2026

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Oxfam hat am 19.1.2026 den Bericht zur sozialen Unglichheit 2026 veröffentlicht. Danach besitzen Milliardär*innen so viel wie nie zuvor. Im letzten Jahr ist ihr Vermögen um weitere 2,5 Billionen US-Dollar gewachsen – dieser Anstieg entspricht fast dem gesamten Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung. Der neue Ungleichheits-Bericht zeigt: Die Macht der Superreichen gefährdet die Demokratie. Wir müssen ihren extremen Reichtum angemessen besteuern, in soziale Gerechtigkeit investieren und Mittel für Entwicklungszusammenarbeit wieder erhöhen.

Rekord-Reichtum
Im Jahr 2025 ist das Vermögen von Milliardär*innen um 2,5 Billionen US-Dollar gewachsen – auf den Rekordwert von 18,3 Billionen US-Dollar.

Die ärmere Hälfte
Dieser Anstieg in nur einem Jahr entspricht fast dem gesamten Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung, das sind mehr als vier Milliarden Menschen.

+ 80 Prozent
Seit 2020 ist das Vermögen von Milliardär*innen inflationsbereinigt um mehr als 80 Prozent gestiegen.

4 Sekunden
In vier Sekunden verdient Elon Musk, der reichste Mann der Welt, so viel wie ein Mensch im weltweiten Durchschnitt in einem Jahr.

Armut und Hunger
Während die Ungleichheit in vielen Regionen wächst und eine privilegierte Minderheit immer reicher wird, sind Milliarden von Menschen mit Armut und Hunger konfrontiert: Fast die Hälfte der Weltbevölkerung – 3,77 Milliarden Menschen – leben in Armut, also von weniger als 8,30 US-Dollar pro Tag. Rund 2,3 Milliarden Menschen sind von moderater oder schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen. Diese Zahl stieg zwischen 2015 und 2024 um 42,6 Prozent. Frauen sind überproportional stark von Armut betroffen, auch weil sie einen Großteil der unbezahlten Care-Arbeit leisten und deshalb eine geringere soziale Absicherung haben.

Ungleichheit in Deutschland
Auch in Deutschland wächst der Superreichtum: 2025 ist die Gesamtzahl der Milliardär*innen um ein Drittel auf 172 gestiegen. Deutschland hat die viertmeisten Milliardär*innen weltweit. Ein*e deutsche*r Milliardär*in verdient in weniger als anderthalb Stunden das durchschnittliche Jahreseinkommen in Deutschland. Das Gesamtvermögen aller deutschen Milliardär*innen stieg 2025 inflationsbereinigt um 30 Prozent auf 840,2 Milliarden US-Dollar. Die Median-Gehälter von CEOs in Deutschland sind zwischen 2019 und 2024 30-mal so stark gestiegen wie die Reallöhne von Beschäftigten. Gleichzeitig lebt etwa ein Fünftel der Menschen in Deutschland in Armut. Und wer arm ist, bleibt arm; wer reich ist, bleibt reich: Generell ist die Chance auf sozialen Aufstieg in Deutschland geringer geworden.

Ungleichheit gefährdet Demokratie
Der Ungleichheits-Bericht zeigt, wie sich Superreiche mit ihren beispiellosen Ressourcen politische Macht sichern und die öffentliche Meinungsbildung beeinflussen, um die Regeln von Wirtschaft und Gesellschaft zu ihrem eigenen Vorteil zu gestalten. Sie nehmen finanziell Einfluss auf Politik, Eigentum und Kontrolle von Medien und verschaffen sich direkten Zugang zu politischen Ämtern. Viele Menschen erleben zunehmende Unsicherheit und Armut. Eine Politik auf Kosten der Mehrheit führt daher dazu, dass immer mehr Menschen das Vertrauen in demokratische Institutionen verlieren. Das spielt antidemokratischen, rechtsextremen Parteien in die Hände, die vielerorts an Unterstützung und Macht gewinnen und die Zerstörung der Demokratie vorantreiben.

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de

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