07.09.2025

Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandel und Ausbeutung auf neuem Höchststand

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Das Bundeskriminalamt (BKA) hat am 28.08.2025 das Bundeslagebild Menschenhandel veröffentlicht. Im Jahr 2024 haben Ermittlungsbehörden so viele Verfahren wegen Menschenhandels und Ausbeutung abgeschlossen wie noch nie seit Beginn der Erfassung im Jahr 2000. Insgesamt wurden 576 Ermittlungsverfahren abgeschlossen – ein Anstieg um gut 13 % im Vergleich zum Vorjahr. Einen Schwerpunkt bei den abgeschlossenen Verfahren verzeichnet das Bundeskriminalamt im Bereich der sexuellen Ausbeutung: Mit 364 Fällen wurde ein neuer Höchststand innerhalb der letzten zehn Jahre erreicht. Auffällig in diesem Deliktsbereich ist, dass diese Form der Ausbeutung zunehmend in privaten Wohnungen stattfindet – ein Bereich, der schwer zu kontrollieren ist und auf ein besonders hohes Dunkelfeld schließen lässt. Die Folgen für die Opfer sind dabei oft schwerwiegend.

Kontaktanbahnung erfolgt oft über das Internet
Opfer und Tatverdächtige sexueller Ausbeutung stammen häufig aus dem europäischen Ausland. Ein starker Anstieg ist überdies insbesondere bei chinesischen und kolumbianischen Opfern zu verzeichnen. Viele Opfer sind Frauen und junge Menschen, nicht selten auch Minderjährige. Die Kontaktanbahnung über das Internet spielt weiterhin eine große Rolle, ebenso wie emotionale Abhängigkeiten – etwa durch die sogenannte „Loverboy-Methode“. Bei den meisten Fällen dieses Modus Operandi bringt ein männlicher Täter sein jüngeres weibliches Opfer unter Vorspiegelung einer Liebesbeziehung zunächst in ein emotionales Abhängigkeitsverhältnis, um es später an die Prostitution heranzuführen und finanziell auszubeuten. Dabei spielt zunehmend psychische und physische Gewalt eine Rolle. Informationen zur „Loverboy Methode“ hat das BKA in einer Informationskampagne aufbereitet.  mehr

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