
Aufwachsen gestalten: Entwicklungsförderung und Prävention für junge Menschen
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Im April 2025 hat die Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK) das aktuelle Heft 2/2025 ihrer Fachzeitschrift „forum kriminalprävention“ mit den nachfolgenden Beiträgen veröffentlicht (Onlineausgabe).
Aus dem aktuellem Anlass des Wechsels der Redaktion der Zeitschrift von Wolfgang Kahl zu Frederik Tetzlaf findet sich nachfolgend das Editorial des aktuellen Heftes im Wortlaut. Der Deutsche Präventionstag verbindet damit einen besonders herzlichen Dank an Wolfgang Kahl für die jahrelange besonders gute und erfolgreiche Zusammenarbeit und allen guten Wünschen für die persönliche Zukunft! Auf die nunmehr auch engere Kooperation mit Frederik Tetzlaf in einem weiteren Teilarbeitsfeld freut sich das DPT-Team sehr und wünscht für die spannende neue Aufgabe Fortune, Freude und Erfolg.
„Liebe Leserinnen und Leser, der Deutsche Präventionstag (DPT) wird sich im nächsten Jahr mit „Künstlicher Intelligenz“ (KI) und den damit verbundenen Herausforderungen für die Prävention beschäftigen. Dabei wird es unumgänglich sein, zunächst Breite und Vielfalt der Auswirkungen in allen Lebensbereichen sowie auf gesellschaftliche, ökonomische und politische Prozesse zu benennen und auszuleuchten. Es ist spürbar: Das Tempo des Fortschritts wird schneller und die Distanz zur Zukunft kürzer. Zeitdiagnostischer Blick auf den „KI-Faktor“ Autor:innen von Belletristik und Sachtexten stellen gegenwärtig fest, dass Algorithmen sehr brauchbare, gut les- oder hörbare Ergebnisse produzieren, die einen „klugen Kopf“ entbehrlich machen (können). Grenzen zwischen einerseits intellektueller und sprachlicher Leistung und andererseits künstlicher technischer Raffinesse verschwimmen unbemerkt. Manipulationen werden leichter und sind kaum identifizierbar. Sie haben bald weitreichenden Einfluss etwa auf Planungen, Entscheidungsverhalten, Führung und Selbststeuerung. Die problematischen Aspekte des Fortschritts müssen stets ausgehalten und handhabbar begrenzt werden, währenddessen es sich vielmehr lohnt, Gedanken und Handeln auf die Gestaltungschancen neuer Entwicklungen zu richten. Mit KI wird das (Arbeits-) Leben leichter und schneller. Der Alltag lässt sich entlasten und schwierige Aufgaben können vielleicht präziser mit weniger menschlichem (Fehler)faktor gelöst werden. Gleichzeitig mag ein Effekt eintreten, der unsere geistigen Anstrengungen entbehrlich macht, weil die Ergebnisse der KI-Problemlösung fachlich und auch in der Text-/ Bild-Performance häufig einfach besser sind und objektiver erscheinen. Ein Editorial mithilfe von KI? Vor kurzem gab es vielleicht noch Kopfschütteln, jetzt wäre es mit ein paar wenigen Vorgaben „kein Problem“. Wechsel in der forum-Redaktion Ganz persönlich möchte ich die Konkurrenz zu einem KI-Redakteur nicht mehr antreten. Nach 15 Jahren mit meinem „forum“ eng verbunden und sehr beschäftigt, freue ich mich nun, die Redaktionstätigkeit an meinen Nachfolger aus dem DFK-Team, Herrn Frederik Tetzlaff, zu übertragen, der bereits das aktuelle Heft konzipiert und redaktionell begleitet hat. Herzlichen Dank. Seine „Berührungsängste“ bei Fragen des digitalen Fortschritts sind geringer und er ist zudem ein Fachmann für die Präventionsthemen, die dem DFK besonders am Herzen liegen. Ich verabschiede mich zufrieden aus diesem „Funkkreis“:
■ mit großem Dank an die Teams vom Verlag, dem Layout der Druckerei,
■ mit herzlichem Dank an die wohlwollende und zugleich kritische Leserschaft und
■ mit besten Wünschen für ein zeitgemäßes Fortbestehen des „forums“, „Tetzlaff, übernehmen Sie!“
Ihr Wolfgang Kahl
Liebe Leser:innen, Wandel bietet neue Möglichkeiten und Chancen – wenn wir ihn mutig und konstruktiv gestalten. Nach 15 Jahren gibt es einen Wechsel in der Redaktion der forum kriminalprävention. Mein Kollege Wolfgang Kahl hat die Zeitschrift mit großer Hingabe, Geduld und Sorgfalt geprägt. Für seine engagierte Arbeit und die wertschätzende Übergabe danke ich ihm sehr herzlich! Mein Ziel ist es, mit dieser Zeitschrift weiterhin wirksamen Ansätzen der Kriminalprävention Gehör zu verschaffen, Sie bei Ihrer wichtigen Arbeit zu unterstützen und uns alle zu ermutigen, aktiv an einer sicheren und demokratischen Gesellschaft zu arbeiten. Dabei möchte ich an Bewährtem festhalten aber auch mutig sein und neue Wege gehen. Ich freue mich auf diese Aufgabe und hoffe, dass Sie uns als treue Leser:innen erhalten bleiben. Wandel betrifft nicht nur unsere Redaktion, sondern ist auch gesellschaftlich spürbar. Digitalisierung, Klimawandel, demographischer Wandel und weitere Mechanismen beeinflussen unser Zusammenleben nachhaltig. Demokratische Gesellschaften müssen daher (neue) Wege finden, um gesellschaftlichen Zusammenhalt und Sicherheit für alle zu ermöglichen. Besonders wichtig ist das für Kinder und Jugendliche. Sie stehen vor wichtigen Entwicklungsaufgaben und benötigen dafür gute Lebensbedingungen – Bedingungen, die wir gemeinsam gestalten können. Als Erwachsenen und insbesondere als Präventionsexpert:innen sind wir gefragt, diese Bedingungen zu schaffen. Durch langjährige Forschung und praktische Erfahrungen wissen wir, wie das funktioniert. Aber wie genau können förderliche Lebensumstände für Kinder und Jugendliche geschaffen oder ausgebaut werden? Diese Ausgabe der forum kriminalprävention liefert dazu wertvolle Impulse und fundierte Antworten. Die Ausgabe wird mit einem Policy Paper von Prof. Dr. Beelmann eröffnet. Er betont die zentrale Bedeutung der Sozialkompetenz für das sichere, demokratische Zusammenleben und verbindet die Forderung nach deren Förderung mit konkreten Handlungsempfehlungen. Freuen Sie sich anschl. auf zwei besondere GrundlagenBeiträge. Hier erhalten Sie einen weitsichtigen Überblick über mögliche Ursachen steigender Kinder- und Jugenddelinquenz. Zudem lernen Sie die psychologischen Grundlagen für eine gelingende Entwicklung von Kindern und Jugendlichen so komprimiert und übersichtlich kennen, wie es selten zu finden ist. Im Abschnitt Prävention planen finden Sie konkrete Strategien, Hintergründe und Impulse zur Planung präventiver Maßnahmen für junge Menschen. Die Beiträge bieten sowohl grundlegende Informationen als auch neue Details. Eine Lektüre, die ich Fachfremden genauso empfehlen möchte wie jenen, denen die Strategien und Programme bereits bekannt sind. Zusätzlich zum Schwerpunktthema eröffnet diese Ausgabe eine dreiteilige Berichtsserie von Prof. Dr. Haverkamp über das Forschungsprojekt „Legitimation des Notfalls – Legitimationswandel im Notfall (LegiNot)“. Dieser erste Beitrag mit Frederik Kohler berichtet wichtige Ergebnisse über das Vertrauen in Sicherheitsakteure im Notfall. Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre dieser spannenden, pointierten und innovativen Beiträge. Lassen Sie sich inspirieren und behalten Sie Kinder und Jugendliche im Fokus Ihrer Arbeit. Wenn wir ihre Bedingungen des Aufwachsens mutig und evidenzbasiert gestalten, stoßen wir einen Wandel an, der unsere Gesellschaft nachhaltig demokratischer, solidarischer und sicherer macht.
Herzliche Grüße Ihr Frederik Tetzlaf“
Inhalt der aktuellen Ausgabe:
- Editorial - Wechsel in der forum-Redaktion
- Zur Bedeutung der sozialen Kompetenz für die innere Sicherheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt
- Zur Entwicklung der Kinder- und Jugenddelinquenz - Ergebnisse einer polizeilichen Bund-Länder-Projektgruppe
- Gelingende Entwicklung - Entwicklungspsychologische Gedanken als Grundlage einer effizienten Präventionsarbeit
- Prävention nachhaltig finanzieren - Wie Kommunen und Krankenkassen mit CTC erfolgreiche Partnerschaften gestalten: Praxisbeispiele
- Hinweise zur Wirksamkeit von CTC in Deutschland Ergebnisse einer Re-Analyse von Daten der CTC-EFF-Studie
- Prävention und Entwicklungsförderung in der Schule - Hintergründe und Praxisimpulse zur Erstellung themenübergreifender Konzepte
- HateLess weiterdenken - Perspektiven für eine nachhaltige und inklusive Präventionsarbeit an Schulen
- Sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen - Risiken, Dynamiken und Präventionsansätze
- Wo beginnt Gewalt in Partnerschaft? - YouTube-Kampagne sensibilisiert junge Menschen für Partnerschaftsgewalt
- Krisen, Kontrollen, Konflikte? - Normakzeptanz und Legitimität in der Covid-19 Pandemie
www.praeventionstag.de
