27.07.2025

Tägliche Präventions-News Nr.191 zum Themenkomplex Prävention in/nach Zeiten der Corona-Pandemie

Weitere News
zu dem Thema

 

Gesellschaft im Krisenmodus? PEPP-COV-Abschlusskonferenz beleuchtet gesellschaftliche Folgen der Pandemie
Vertrauen verloren, Demokratie unter Druck? Auf der Abschlusskonferenz des PEPP-COV- Projekts diskutierten Forschende aktuelle Befunde zu demokratischer Resilienz, politischer Erschöpfung und sozialer Ungleichheit in Krisenzeiten. Die Beiträge aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen zeigen, wie sich politische Einstellungen, gesellschaftliches Vertrauen und Teilhabe im Zuge der Corona-Pandemie verändert haben. Im Rahmen des Verbundprojekts PEPP-COV („Politische Einstellungen und politische Partizipation in Folge der Covid-19 Pandemie“) wurden in einem interdisziplinären Abschlussworkshop zentrale Projektergebnisse vorgestellt und mit Forschenden verschiedener Fachrichtungen gemeinsam diskutiert. Das vom Bundesforschungsministerium (BMFTR) geförderte Verbundprojekt PEPP-COV untersucht noch bis zum Ende des Jahres 2025 und anhand der Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf politische Einstellungen, gesellschaftliches Vertrauen und demokratische Teilhabe in Deutschland. Am Beispiel von sechs ausgewählten Vorträgen diskutierten die Teilnehmenden aus Wissenschaft und Praxis neben den PEPP-COV-Ergebnissen auch Befunde aus thematisch verwandten Forschungsprojekten.  mehr

Politisches Vertrauen in Krisenzeiten: Wie die Corona-Pandemie das Vertrauen in Regierung, Polizei und Medien verändert hat
Fünf Jahre ist es her, dass die Bundesregierung am 22. März 2020 den ersten Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie verhängte. Was als zweiwöchige Maßnahme begann, entwickelte sich zu einer langanhaltenden Krise mit Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren und geschlossenen Schulen und Kitas. In den drei folgenden Pandemiejahren veränderte sich auch das politische Vertrauen der Menschen in Deutschland erheblich. Eine aktuelle Studie des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe (LIfBi) zeigt: Während das Vertrauen in politische Institutionen im ersten Krisenjahr besonders stark anstieg, ist es im weiteren Verlauf der Krise wieder gesunken – mit langfristigen Folgen. Auch das Vertrauen in Polizei und Printmedien sank und erreichte später nicht wieder das Niveau vor der Pandemie. Die neue Studie, die auf Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) basiert, zeigt, dass Deutschland im ersten Pandemiejahr einen sogenannten rally-around-the-flag-Effekt (im Deutschen auch „Stunde der Exekutive“) erlebte: Das durchschnittliche politische Vertrauen stieg zu Beginn der Krise auf einer Skala von 1 (sehr wenig Vertrauen) bis 4 (sehr viel Vertrauen) von 2,37 auf 2,55 an, bevor es im zweiten Pandemiejahr wieder zurückging.  mehr

Armutsgefährdete Kinder und Jugendliche haben häufiger einen schlechteren Gesundheitszustand als Gleichaltrige aus finanziell bessergestellten Familien.
Ihr Leben ist vielfach durch Mangel, Stigmatisierung und Scham bestimmt. Eine Analyse von Forschenden des Robert Koch-Instituts im aktuellen Journal of Health Monitoring zeigt, wie es zum Ende der Pandemie um die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten von armutsgefährdeten Kindern und Jugendlichen stand. Die Auswertung basiert auf Daten zu 3- bis 15-Jährigen, die von Februar 2022 bis April 2023 im Rahmen der Studie „Kindergesundheit in Deutschland aktuell“ erhoben wurden. Für ausgewählte Indikatoren der Gesundheit, des Gesundheitsverhaltens und psychosozialer Belastungen bzw. Ressourcen wurden nach Einkommen stratifizierte Prävalenzen bestimmt.   mehr

Bundestagsnachrichten: Keine Angaben zum Laborursprung des Sars-CoV-2-Virus
(hib/VOM) Die Bundesregierung begründet in ihrer Antwort (21/742) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (21/502) zu einem möglichen Laborursprung des Sars-CoV-2-Virus, weshalb sie die angefragten Informationen nicht offenlegt. Die Fraktion hatte sich erkundigt, welche Informationen der Bundesregierung 2020 über einen möglichen Laborursprung des Virus vorlagen und was die Regierung unternommen hat, um die Glaubwürdigkeit der Laborthese zu überprüfen. Die Abgeordneten bezogen sich auf Medienberichte, wonach der Bundesnachrichtendienst (BND) von der damaligen Kanzlerin Angela Merkel beauftragt worden sei, die Herkunft des Virus zu untersuchen. Wie die Regierung in ihrer Antwort ausführt, würde eine Offenlegung der angefragten Informationen die Gefahr bergen, dass Einzelheiten zur konkreten Methodik, zu Quellen der Informationsgewinnung und Erkenntnislage des BND bekannt würden. Es könnten Rückschlüsse auf Vorgehensweisen und Fähigkeiten des BND gezogen werden. Auch könnten der Antwort zufolge Einzelheiten bekannt werden, die unter dem Aspekt des Schutzes der nachrichtendienstlichen Zusammenarbeit mit ausländischen Stellen besonders schutzwürdig seien, was erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Zusammenarbeit des BND mit ausländischen Nachrichtendiensten hätte. Würden als Folge eines Vertrauensverlustes Informationen ausländischer Stellen entfallen oder wesentlich zurückgehen, entstünden „signifikante Informationslücken mit negativen Folgewirkungen für die Genauigkeit der Abbildung der Sicherheitslage“ in Deutschland sowie im Hinblick auf den Schutz deutscher Interessen im Ausland, heißt es weiter. Dies würde „folgenschwere Einschränkungen der Informationsgewinnung“ bedeuten, womit der gesetzliche Auftrag des BND, die Sammlung und Auswertung sicherheitspolitisch bedeutsamer Informationen über das Ausland, „nicht mehr sachgerecht erfüllt werden könnte“. Daraus ergibt sich für die Bundesregierung, „dass die erbetenen Informationen derart schutzbedürftige Geheimhaltungsinteressen berühren, dass das Staatswohl gegenüber dem parlamentarischen Informationsrecht wesentlich überwiegt“. Der Umstand, dass die Antwort verweigert wird, sei dabei weder als Bestätigung noch als Verneinung des angefragten Sachverhalts zu werten. Darüber hinaus unterlägen einige Fragen verfassungsrechtlich geschützten Bereichen und beträfen nicht abgeschlossene Prozesse, „die mitunter dem Kernbereich exekutiver Eigenverantwortung zuzurechnen sind“. Zudem gelte es, „den der Bundesregierung und dem Deutschen Bundestag gemeinsam auferlegten Schutz des Staatswohls zu wahren“.

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de

Bisherige News aus dem Bereich: Prävention in Zeiten der Corona-Pandemie

01.02.2022