Kongressprogramm 25. DPT-Digital

Bundespräsident
Frank-Walter Steinmeier
Schirmherr

Passend zum Schwerpunktthema und den Entwicklungen der Corona-Pandemie geschuldet wird der 25. DPT-Jubiläumskongress am 28. & 29. September 2020 eine rein digitale Onlineveranstaltung sein. Das umfangreiche Kongressprogramm der ursprünglich im Kasseler Kongress Palais geplanten Präsenzveranstaltung wird in vier unterschiedlichen Formaten dargeboten. 

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13. Prävinar – „Smart Prevention“ und Menschenrechte – Risiken und Chancen

Dr. Ingrid Bausch-Gall
Amnesty International Deutschland

Moderation: Dr. Tina Silbernagl
Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, GIZ GmbH

Abstract:
Im Vergleich zu Ländern wie den USA steckt der Einsatz von Algorithmen bei der Kriminalprävention in Deutschland zwar noch in den Kinderschuhen. Doch Bundesland für Bundesland zieht Prognosesoftware auch hierzulande ein: SKALA, HessenDATA oder PRECOB heißen die "neuen Kollegen" in Deutschlands Polizeibehörden.

Sie sollen berechnen, mit welcher Wahrscheinlichkeit an einem Ort oder durch eine bestimmte Person ein Verbrechen begangen werden könnte, aber auch, welchen Fluchtweg ein*e Täter*in möglicherweise nehmen wird. Eine Vielzahl öffentlich verfügbarer (etwa Social Media) oder polizeilich erhobener Daten wird dafür zusammengeführt und nach Regeln verarbeitet, in die der Mensch vor dem Computer oft nur noch wenig Einsicht hat.

Damit stellen sich neue Fragen sowohl bezüglich der Effektivität der Programme als auch ihrer Auswirkungen auf die Menschenrechte. Betroffen sind beispielsweise die Menschenrechte auf Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung, das Recht auf Nichtdiskriminierung, auf ein faires Verfahren und einen wirksamen Rechtsbehelf. Welche Risiken gehen aus Sicht von Amnesty International für den Schutz dieser Rechte mit dem Einsatz „smarter“ Technik einher? Gibt es möglicherweise auch menschenrechtliche Chancen? Wie kann den Risiken begegnet werden und welchen Regeln sollte Prognosesoftware in ihrer Funktionsweise und bei ihrem Einsatz unterliegen?
Dr. Ingrid Bausch-Gall
70 Jahre alt, in München lebend, verheiratet, 2 Kinder. Beruf: Promoviert in Mathematik an der RWTH Aachen, betrieb von 1983-2013 zusammen mit ihrem Mann ein Ingenieurbüro zur Simulation technischer Systeme und Vertrieb technischer Software, bis zu 15 Mitarbeitende.
Amnesty: Seit 1968 Mitglied, u.a. Gruppenarbeit, Aktionsreferentin, Bezirkssprecherin, Menschenrechtsbildung, Wirtschaft und Menschenrechte. Von 2011-2017 Vorstandsmitglied für Mitgliedschaft und Organisation. Seit 2012 Mitglied der Themenkoordinationsgruppe "Menschenrechte im Digitalen Zeitalter", Schwerpunkte: Künstliche Intelligenz, Data Cartels, Anlasslose Massenüberwachung.