Kongressprogramm 25. DPT-Digital

Passend zum Schwerpunktthema und den Entwicklungen der Corona-Pandemie geschuldet wird der 25. DPT-Jubiläumskongress am 28. & 29. September 2020 eine rein digitale Onlineveranstaltung sein. Das umfangreiche Kongressprogramm der ursprünglich im Kasseler Kongress Palais geplanten Präsenzveranstaltung wird in vier unterschiedlichen Formaten dargeboten. 

Für die Teilnahme am 25. DPT-Digital können Sie sich auch heute noch online anmelden. Sie erhalten damit auch die Gelegenheit, dem DPT im Rahmen der Evaluation ein Feedback zu geben.

Prävention als Aufgabe bei Vernehmungen von Minderjährigen

Paula Dobraszkiewicz
Landeskriminalamt Niedersachsen
Mascha Körner
Landeskriminalamt Niedersachsen
Theresa Lemme
Landeskriminalamt Niedersachsen

Abstract:
Die polizeiliche Vernehmung von minderjährigen Beschuldigten im Ermittlungsverfahren stellt nicht nur vor dem Hintergrund spezieller Rechte eine besondere Herausforderung dar. So ist es einerseits notwendig – abhängig vom Bildungs- und Entwicklungsstand der Jugendlichen – die Sprache anzupassen, um Verständnisschwierigkeiten vorzubeugen. Auf der anderen Seite muss aber auch der mögliche Einfluss von Vernehmungsmethoden beachtet werden, da bei Jugendlichen von einer höheren Prägbarkeit ausgegangen wird. Nicht ohne Grund begleitet jugendstrafrechtliche Verfahren nach § 2 JGG stets ein präventiver Gedanke. So steht die erzieherische Einwirkung über dem allgemeinen Strafzwecke, um damit nicht zuletzt im Sinne einer Sekundärprävention einer potenziellen kriminellen Karriere möglichst hemmend entgegenzutreten.

Inwiefern vor diesem Gedanken bereits im Ermittlungsverfahren agiert wird und welche speziellen Maßnahmen von Seiten der Vernehmungsbeamt*innen ergriffen werden, soll Gegenstand des Vortrags sein. An konkreten Beispielen wird diskutiert, ob und wenn ja, wie Polizeibeamt*innen mit Berufserfahrung im Jugendkriminalitätsbereich erzieherisch einwirken. Die Erkenntnisse resultieren aus einer Nebenuntersuchung des BMBF-geförderten Projekts „Befragungsstandards für Deutschland – BEST“, in dem das LKA Niedersachsen die polizeiliche Vernehmungspraxis derzeit untersucht.
Paula Dobraszkiewicz
Neben ihrem Masterstudium mit dem Schwerpunkt der Arbeitssoziologie arbeitet Paula Dobraszkiewicz seit Anfang 2019 an dem BMBF-geförderten Projekt „Befragungsstandards für Deutschland (BEST)“ im Landeskriminalamt Niedersachsen mit.
Mascha Körner
Als studierte Psychologin mit kriminologischem Schwerpunkt arbeitete Mascha Körner bis 2018 im BMBF-Projekt „Prävention und Intervention bei Menschenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung (PRIMSA)“. Seit Anfang 2018 ist sie beim LKA Niedersachsen tätig. Dort forscht sie als Projektleitung im BMBF-Projekt „Befragungsstandards für Deutschland (BEST)“ an polizeilichen Vernehmungsstandards. Parallel dazu promoviert sie über „Psychische Abhängigkeiten zwischen Tätern und Opfern im Bereich Menschenhandel/Zwangsprostitution“.
Theresa Lemme
Theresa Lemme ist studierte Kriminologin und arbeitet primär zu den Themen Kriminologische Forschung, Kriminalprävention und Vernetzung. Seit September 2019 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im BMBF-geförderten Forschungsprojekt „Befragungsstandards für Deutschland“ (BEST), das sich mit polizeilichen Vernehmungsstandards auseinandersetzt, und ist dort für den Bereich Jugendkriminalität zuständig.