Kongressprogramm 25. DPT-Digital

Passend zum Schwerpunktthema und den Entwicklungen der Corona-Pandemie geschuldet wird der 25. DPT-Jubiläumskongress am 28. & 29. September 2020 eine rein digitale Onlineveranstaltung sein. Das umfangreiche Kongressprogramm der ursprünglich im Kasseler Kongress Palais geplanten Präsenzveranstaltung wird in vier unterschiedlichen Formaten dargeboten. 

Soziale Medien und Kriminalitätsfurcht

Dr. Thomas A. Fischer
Deutsches Jugendinstitut e.V.
Dr. Diana Willems
Deutsches Jugendinstitut e.V.

Abstract:
Was stellt für die Allgemeinheit Sicherheit dar? Welche Faktoren beeinflussen das Sicherheitsgefühl der Menschen in ihrem alltäglichen Handeln? Und wie stehen diesem subjektiven Sicherheitsempfinden wissenschaftliche Erkenntnisse gegenüber? Die Kriminologie setzt sich seit den 1960er Jahren unter den Stichworten Kriminalitätsfurcht, Kriminalitätsbelastung oder (Un-)Sicherheitsgefühl mit diesen Fragen auseinander. Ausgehend von zentralen Erkenntnissen der Forschung zu diesem Themenbereich soll in dem Beitrag der Fokus auf die Bedeutung sozialer Medien für das Sicherheitsempfinden und kriminalitätsbezogene Einstellungen von Jugendlichen und Heranwachsenden gelegt werden: Die mit Abstand meisten Erfahrungen, die mit Kriminalität gesammelt werden, sind sekundärer Natur, insbesondere vermittelt durch die Medien. Dabei ist ein Zusammenhang zwischen Mediennutzung und Kriminalitätsfurcht vor allem dann zu erwarten, wenn die Medieninhalte Bezüge zu den Erfahrungen und Einstellungen der Rezipierenden aufweisen. Angesichts der in sozialen Netzwerken oftmals zu beobachtenden homogenen Wahrnehmungen des Problems „Kriminalität“ und des dort stattfindenden Austauschs Gleichgesinnter, sind soziale Medien heute als ein zentraler Einflussfaktor für die Entstehung und die Verfestigung kriminalitätsbezogener Einstellungen und Unsicherheiten anzusehen (Stichwort: Echokammer-Effekt).
Dr. Thomas A. Fischer
Dr. Thomas A. Fischer ist wissenschaftlicher Referent in der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention des Deutschen Jugendinstituts (DJI) in München. Er studierte Erziehungswissenschaft, Psychoanalyse und Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main sowie Erziehungswissenschaft an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Nach seinem Abschluss war er am Institut für Kriminologie Tübingen sowie am Lehrstuhl für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum tätig. Er promovierte an der Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum zum Thema „Mediengewalt in der Lebenswelt Jugendlicher“. Seine Forschungsschwerpunkte sind Jugendkriminologie, Sozialisationstheorien, Qualitative Sozialforschung, Medien(gewalt)forschung sowie Theorien sozialer Probleme.
Dr. Diana Willems
Dr. Diana Willems, Diplom-Soziologin und Rechtssoziologin (M.A.), ist seit 2011 als wissenschaftliche Referentin in der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention am Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München tätig. Nebenberuflich lehrt sie als Dozentin in den Fachbereichen Soziologie, Methoden der empirischen Sozialforschung und Kriminologie. Von 2007 bis 2011 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum. Von 2004 bis 2007 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kriminologie und Strafrecht der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Sie hat in Regensburg, München und Onati (Spanien) studiert und an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg promoviert.

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