Kongressprogramm 25. DPT-Digital

Passend zum Schwerpunktthema und den Entwicklungen der Corona-Pandemie geschuldet wird der 25. DPT-Jubiläumskongress am 28. & 29. September 2020 eine rein digitale Onlineveranstaltung sein. Das umfangreiche Kongressprogramm der ursprünglich im Kasseler Kongress Palais geplanten Präsenzveranstaltung wird in vier unterschiedlichen Formaten dargeboten. 

Jugendliche als Akteure der Kriminalitätsprävention

Dr. Thomas A. Fischer
Deutsches Jugendinstitut e.V.
Dr. Annalena Yngborn
Deutsches Jugendinstitut e.V.

Abstract:
Kinder und Jugendliche orientieren sich im Laufe ihrer Entwicklung zunehmend an Gleichaltrigen. Insbesondere im Jugendalter, das von vielen Veränderungen und Unsicherheiten geprägt ist, bieten Peers – oftmals besser als Erwachsene – einen Raum für Erfahrungsaustausch und gegenseitige Einflussnahme, gelegentlich auch für Kontrolle. Peers teilen ähnliche Erlebnisse und sind mit vergleichbaren Konflikten konfrontiert, die untereinander auf Augenhöhe thematisiert und verarbeitet werden können.

Die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention des Deutschen Jugendinstituts (DJI) beschäftigt sich aktuell mit der Frage, ob und inwiefern das entwicklungsförderliche Potential der Peers für kriminalitätspräventive Zielsetzungen und Strategien nutzbar gemacht und damit auch die Beteiligung der jungen Menschen bei der Ausgestaltung entsprechender pädagogischer Maßnahmen gestärkt werden kann. Es wurden dazu im Rahmen von Projektbesuchen, Experteninterviews sowie Gruppendiskussionen – mit Fachkräften und mit Jugendlichen – entsprechende Ansätze, in welchen Jugendliche als Akteure der Kriminalitätsprävention in Erscheinung treten, genauer in Augenschein genommen. Ziel ist es u.a., Handlungslogiken der Projekte sichtbar zu machen und dadurch deren Möglichkeiten wie Grenzen auszuloten. Im Rahmen des Beitrags sollen Erkenntnisse hierzu präsentiert und zur Diskussion gestellt werden.
Dr. Thomas A. Fischer
Dr. Thomas A. Fischer ist wissenschaftlicher Referent in der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention des Deutschen Jugendinstituts (DJI) in München. Er studierte Erziehungswissenschaft, Psychoanalyse und Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main sowie Erziehungswissenschaft an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Nach seinem Abschluss war er am Institut für Kriminologie Tübingen sowie am Lehrstuhl für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum tätig. Er promovierte an der Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum zum Thema „Mediengewalt in der Lebenswelt Jugendlicher“. Seine Forschungsschwerpunkte sind Jugendkriminologie, Sozialisationstheorien, Qualitative Sozialforschung, Medien(gewalt)forschung sowie Theorien sozialer Probleme.
Dr. Annalena Yngborn
Dr. Annalena Yngborn: Studium der Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Abschluss 2005), Promotion am Lehrstuhl für Kriminologie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (Abschluss 2011), Wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut e.V. im Projekt „Das Logische Modell als Instrument der Evaluation in der Kriminalitätsprävention im Kindes- und Jugendalter“ (2009-2011), Wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut e.V. in der Institutsleitung (2013), seit Juni 2015: Wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut e.V. in der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention.

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