Kongressprogramm 25. DPT-Digital

Passend zum Schwerpunktthema und den Entwicklungen der Corona-Pandemie geschuldet wird der 25. DPT-Jubiläumskongress am 28. & 29. September 2020 eine rein digitale Onlineveranstaltung sein. Das umfangreiche Kongressprogramm der ursprünglich im Kasseler Kongress Palais geplanten Präsenzveranstaltung wird in vier unterschiedlichen Formaten dargeboten. 

Pflegebedürftigkeit als Sicherheitsrisiko?

Prof. Dr. Thomas Görgen
Deutsche Hochschule der Polizei
Chantal Höhn
Deutsche Hochschule der Polizei
Sabine Nowak
Deutsche Hochschule der Polizei

Abstract:
In Deutschland leben – mit zunehmender Tendenz – rund 3.5 Mio. Pflegebedürftige. Im polizeilichen und justiziellen Hellfeld sind Pflegebedürftige als Opfergruppe in aller Regel nicht ausgewiesen und somit nicht erkennbar. Zugleich handelt es sich um einen in hohem Maße vulnerablen Teil der Bevölkerung, und Dunkelfeldstudien weisen darauf hin, dass Misshandlung und Vernachlässigung in der Pflege weit über das Niveau von „raren Einzelfällen“ hinausgehen. Im Rahmen eines durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts analysiert die Deutsche Hochschule der Polizei in Kooperation mit der Polizei des Landes Berlin die polizeiliche und strafjustizielle Bearbeitung von Gewaltdelikten zum Nachteil älterer Pflegebedürftiger. Die Studie, die sich wesentlich auch auf eine Analyse einschlägiger Verfahrensakten stützt, untersucht neben Charakteristika von Taten, Tatkontexten, Opfern und Tätern u.a., wie die Strafverfolgungsbehörden Kenntnis von einschlägigen Fällen erlangen, wie sich die Ermittlungen gestalten, welche spezifischen Herausforderungen die Verfolgung einschlägiger Vorkommnisse mit sich bringt und welche Ansatzpunkte für eine erfolgreiche Prävention – insbesondere im Kontext über die Polizei hinausgehender Vernetzungsstrukturen – sich anhand der Fallanalysen entwickeln lassen. Der Vortrag berichtet einschlägige Befunde der aktenbasierten Analysen.
Prof. Dr. Thomas Görgen
Prof. Dr. Thomas Görgen, Dipl.-Psych.; Professor an der Deutschen Hochschule der Polizei (Münster) und Leiter des Fachgebiets Kriminologie und interdisziplinäre Kriminalprävention; aktuelle Arbeitsschwerpunkte u.a.: politischer Extremismus, Radikalisierung und Radikalisierungsprävention; Gewaltkriminalität; Viktimisierungen in vulnerablen Populationen; kriminalpräventive Strategien und Handlungsansätze
Chantal Höhn
Chantal Höhn, M.A., Kriminologin; Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Deutschen Hochschule der Polizei (Münster) im Fachgebiet Kriminologie und interdisziplinäre Kriminalprävention; aktuelles Forschungsprojekt „Pflege als Risiko – Wege zur Prävention und Verfolgung von Gewaltstraftaten gegenüber Pflegebedürftigen“
Sabine Nowak
Sabine Nowak, Sozialpsychologin, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Deutschen Hochschule der Polizei im Fachgebiet Kriminologie und interdisziplinäre Kriminalprävention; aktuelle Forschungsprojekte „Pflege als Risiko – Wege zur Prävention und Verfolgung von Gewaltstraftaten gegenüber Pflegebedürftigen“ und „Migration und Polizei – Auswirkungen der Zuwanderung auf die Organisation und Diversität der deutschen Polizei“

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