Kongressprogramm 25. DPT-Digital

Passend zum Schwerpunktthema und den Entwicklungen der Corona-Pandemie geschuldet wird der 25. DPT-Jubiläumskongress am 28. & 29. September 2020 eine rein digitale Onlineveranstaltung sein. Das umfangreiche Kongressprogramm der ursprünglich im Kasseler Kongress Palais geplanten Präsenzveranstaltung wird in vier unterschiedlichen Formaten dargeboten. 

Wie kann Wissenschaft zur Kriminalprävention beitragen?

Dr. Andreas Armborst
Nationales Zentrum für Kriminalprävention

Abstract:
Der Vortrag gibt einen Überblick über die Prozesse und Abläufe evidenzbasierter Kriminalprävention. Er beschreibt wie kriminologische Forschung empirisches Wissen über die individuellen und gesellschaftlichen Ursachen und Schutzfaktoren für Kriminalität generiert. Der gezielte Transfer dieses Wissen macht die Ergebnisse aus wissenschaftlichen Studien für Praktiker und Entscheidungsträger in der Politik, der öffentlichen Verwaltung und der Zivilgesellschaft anschlussfähig. Dadurch könnten die vorhandenen Erkenntnisse über Ursachen und Schutzfaktoren von Kriminalität bei der Gestaltung politischer Programme und Präventionsansätze gezielter genutzt werden. Evidenzbasierte Kriminalprävention kann somit einen Beitrag für eine Gesellschaft mit dauerhaft niedrigen Kriminalitätsaufkommen leisten. Einige europäische Länder haben während der vergangenen zwei Jahrzehnten die notwendigen Strukturen für wissensbasierte Kriminalprävention erschaffen und dabei wertvolle Erfahrungen gesammelt. Der Beitrag stellt einige Erfolge und Misserfolge dieser Länder auf dem Weg zu einer evidenzbasierten Kriminalprävention vor, und zieht daraus Schlüsse für deren Gestaltung in Deutschland.
Dr. Andreas Armborst
Andreas Armborst ist seit Januar 2016 Leiter des Nationalen Zentrum für Kriminalprävention (NZK) und seit 2017 Lehrbeauftragter am NATO Defense College in Rom. Zuvor war er Marie Curie Fellow an der University of Leeds (GB) mit einem Forschungsprojekt zum langfristigen Wandel Islamistischer Ideologien. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Kriminologie, Kriminalprävention und angewandter Methoden der empirischen Sozialforschung. Dr. Armborst arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Forschungsprojekte der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG), der Europäischen Kommission (EC) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). 2011 promovierte er am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg mit einer empirischen Arbeit zu den ideologischen Ursprüngen religiös motivierter Gewalt.