Kongressprogramm 25. DPT-Digital

Passend zum Schwerpunktthema und den Entwicklungen der Corona-Pandemie geschuldet wird der 25. DPT-Jubiläumskongress am 28. & 29. September 2020 eine rein digitale Onlineveranstaltung sein. Das umfangreiche Kongressprogramm der ursprünglich im Kasseler Kongress Palais geplanten Präsenzveranstaltung wird in vier unterschiedlichen Formaten dargeboten. 

Vorgehensweisen des Jugendamts bei häuslicher Partnergewalt

Carolin Neubert
Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) e.V.
Anja Stiller
Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) e.V.

Abstract:
Die Polizei ist gemäß PDV 382 verpflichtet bei Fällen häuslicher Gewalt in Familien mit Kindern das zuständige Jugendamt zu informieren. Das Jugendamt hat generell die Aufgabe, Kindern und Jugendlichen sowie deren Erziehungsberechtigten Hilfe anzubieten. Eine Komponente des Jugendamtes stellt der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) dar, dem auf Basis des SGB VIII unterschiedliche Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Bisher ist es jedoch weitestgehend unklar, welche Schritte das Jugendamt (ASD) nach Erhalt der Information über eine polizeiliche Wegweisung in Familien mit Kind(ern) einleitet. Zur Beantwortung dieser Frage führte das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. (KFN) eine bundesweite Online-Befragung mit mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem ASD durch. Eine erste Analyse gibt Aufschluss über die Vorgehensweisen von Fallbearbeiterinnen und Fallbearbeitern nach Erhalt der Information über eine polizeiliche Wegweisung. Diskutiert wird in diesem Zusammenhang, inwieweit häusliche Gewalt in Familien mit Kindern als Kindeswohlgefährdung betrachtet wird und wie das mit den betrachteten Vorgehensweisen in Verbindung steht.
Carolin Neubert
Carolin Neubert (Soziologie, M.A.) ist seit 09/2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN). Sie studierte bis 2014 Soziologie und Erziehungswissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und war danach in Forschungsprojekten an der Universität Frankfurt/Main und Kassel tätig. Sie forscht am KFN aktuell im Rahmen des Projektes „Wegweisung“ zu miterlebter Partnergewalt durch Kinder. In ihrer Promotion befasst sie sich qualitativ-rekonstruktiv mit Gewalt in Paarbeziehungen.
Anja Stiller
Anja Stiller studierte Psychologie (Diplom) an der Universität Bremen. Während ihres Studiums war sie beim Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. (KFN) als studentische Hilfskraft und später als wissenschaftliche Hilfskraft beschäftigt (Projekte: „Victim Survey“ und „Der sexuelle Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige“). Seit 05/2015 ist sie dort wissenschaftliche Mitarbeiterin, zunächst im Projekt „Media Protect“. Aktuell ist sie Projektleiterin im Projekt „Häusliche Gewalt in Familien mit Kindern: Was passiert nach einer polizeilichen Wegweisung?“ und Mitarbeiterin im Projekt „Cybercrime“. Zusätzlich war sie von 07/2014 bis 07/2018 im psychologischen Dienst des Autismuszentrums Hannover tätig. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Gewaltkriminalität, Familienleben und Autismus.

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