Projekt CONTRA – Ein Baustein in der Extremismusprävention

11. Juni 2018
45 Minuten (Dauer)
13:00 - 13:45 Uhr
Vortrag
Julian Ernst
Universität zu Köln
Dr. Ali Hedayat
Bundeskriminalamt

Moderation: Anina Schwarzenbach
Max Planck Insitut für ausländisches und internationales Strafrecht

Abstract:
Seit über einer Dekade sind Rechtsextreme und Islamisten mit Propaganda im Internet präsent. Durch den technologischen Fortschritt gehört der Umgang mit sozialen Medien zur gängigen Alltagspraxis vieler Jugendlicher. Unter ungünstigen Bedingungen können extremistische Botschaften Radikalisierungsprozesse initiieren oder befördern. Mit dem Ziel ein universell ausgerichtetes Präventionsprogramm für Schulen zu entwickeln und die Medienkritikfähigkeit junger Menschen zu fördern, hat das international und interdisziplinär aufgestellte EU-Forschungsprojekt CONTRA („Countering Propaganda by Narration Towards Anti-Radical Awareness“) Unterrichtsmaterialien erarbeitet, erprobt und evaluiert. Im Vorgehen und Detailgrad ist die Evaluation in Deutschland bislang einzigartig: die Kombination von experimenteller Überprüfung von Wirkungen, Interviews mit Lehrer*innen und Videografie konkreter Lernsituationen lässt fundierte Rückschlüsse auf Stärken und Schwächen der Lernarrangements zu.

Der Vortrag stellt die Genese von CONTRA vor und richtet Fragen an Politik, Forschung und Zivilgesellschaft. Hierbei wird die gesamtgesellschaftliche Bedeutung einer phänomenübergreifenden Extremismusprävention betont. Welche strategischen Entwicklungspotenziale liegen im vorgestellten Ansatz und lassen sich über den Kontext der Schule hinaus in weiteren Präventionskontexten bzw. Handlungsfeldern anwenden?

Vita:
Ali Hedayat studierte Politikwissenschaften in Bremen und Aarhus. Während seiner Promotion in Lucca (Italien), befasste er sich mit der Ideologie und der Kommunikation islamistischer und rechtsextremistischer Bewegungen. Er lehrte und forschte zu Protestbewegungen und politischer Gewalt in westeuropäischen Gesellschaften. Seit 2016 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungs-und Beratungsstelle Terrorismus/Extremismus im Bundeskriminalamt tätig. Sein Themenschwerpunkt liegt im Bereich der Extremismusprävention. Dort koordiniert er das interdisziplinäre EU-Forschungsprojekt CONTRA.

Julian Ernst hat in Köln und Istanbul auf Lehramt studiert und ist zur Zeit wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich für Interkulturelle Bildungsforschung der Universität zu Köln. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich allgemeindidaktischer und medienpädagogischer Fragestellungen, der Peer- und Jugendforschung sowie der Radikalisierungsprävention.

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