Schwerpunktthema: Prävention & gesellschaftlicher Frieden.
Start Jahreskongresse Rückblick 30. DPT Kongressprogramm

Kongressprogramm

Der Vortrag wird auf Deutsch gehalten und simultan ins Englische übersetzt.

Antisemitismus aus jüdischer Perspektive

Prof. Dr. Joachim Häfele
Institut für Kriminalitäts- u. Sicherheitsforschung (IKriS), Polizeiakademie Niedersachsen
Moderation:
Prof. Dr. Gina Rosa Wollinger

Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW

Abstract:
In Deutschland ist die Zahl der offiziell registrierten antisemitischen Vorfälle in den letzten Jahren stetig gestiegen. Insbesondere der Terroranschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 führte zu einem weiteren extremen Anstieg der Fallzahlen. Das Dunkelfeld dürfte in diesem Bereich jedoch weitaus größer sein (z.B. Häfele & Groß 2023). Hinzu kommt, dass die offiziell gemeldeten Fälle keine Rückschlüsse darüber zulassen, inwieweit Menschen von antisemitischen Handlungen betroffen sind, die nicht (oder noch nicht) strafbar sind. Antisemitismus ist jedoch im alltäglichen sozialen Leben weit verbreitet, sei es in Form von Stereotypen, allgemeiner Abwertung von Juden und Judentum, offener und subtiler antisemitischer Vorurteile oder medialer Darstellungen (Zick et al. 2017). Bisher liegen für Deutschland kaum Befunde zu Antisemitismus aus der Betroffenenperspektive vor. Der Vortrag präsentiert Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Jüdisches Leben und Alltag in Hamburg (LeAH)“. Hauptziel der Studie war die Erhebung der subjektiven Belastung von Hamburger Juden und Jüdinnen durch antisemitische Straftaten und nicht-strafbare antisemitische Handlungen und (Alltags-)Diskriminierung(en). Datengrundlage bildet eine Vollerhebung der jüdischen Gemeinde Hamburg.
Prof. Dr. Joachim Häfele
Prof. Dr. Joachim Häfele

Joachim Häfele ist Soziologe und Kriminologe. 2011 promovierte er an der Fakultät für Wirtschafts- u. Sozialwissenschaften der Universität Hamburg. Seit 2015ist er Professor für Kriminalwissenschaften an der PA Niedersachsen in Oldenburg. Dort leitet er u.a. das Forschungsprogramm "Polizei und Demokratie im gesellschaftlichen Wandel (PODWAL)".

Beruflicher Werdegang:

2003-2006: Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Dr. Fritz Sack am Hamburger Institut für Sicherheits- und Präventionsforschung (ISIP).

2006-2014: Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich Stadt- u. Regionalsoziologie an der HafenCity Universität Hamburg (von 2011 bis 2014 als Postdoc).

2014-2018: Gastwissenschaftler an der HafenCity Universität Hamburg und Lehrbeauftragter für die Fächer Soziologie und Methoden der empirischen Sozialforschung an der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover.

Forschungsschwerpunkte: Rechtsextremismus, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Vorurteilskriminalität in urbanen Räumen, Rechtszynismus, Urbane (Un)Sicherheit, (In)Toleranzen in urbanen Kontexten, Punitivität, Empirische Polizeiforschung.

Dateien (.pdf)