Erreicht schulische Gesundheitsförderung Kinder aus sozial benachteiligten Gruppen? Verbreitung und Umsetzung des Programms Klasse2000

Prof. Dr. Christina Storck
Georg-Simon-Ohm Hochschule

Verein Programm Klasse2000 e.V.

Die Zugehörigkeit zu einer sozialen Schicht stellt einen zentralen Erklärungsfaktor für den Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen dar. Aktuelle Studien zeigen, dass in Deutschland Kinder und Jugendliche aus sozial schlechter gestellten Familien größere gesundheitliche Probleme haben als Gleichaltrige aus Familien mit höherem sozioökonomischem Status. Im Zentrum von Präventionsbemühungen sollten demzufolge soziale Gruppen stehen, die gesundheitsfördernde Maßnahmen am stärksten benötigen. Diese sind jedoch in der Praxis schwer zu erreichen. Vor dem Hintergrund dieses von Bauer (2007) beschriebenen „Präventionsdilemmas“ wird am Beispiel von Klasse2000 untersucht, in welchem Umfang Grundschulen aus „sozialen Brennpunkten“ am Programm teilnehmen und wie sich dort Akzeptanz und Praktikabilität des Programms darstellen. Datengrundlage bildet eine bundesweite Befragung teilnehmender Lehrkräfte.
24% der Lehrkräfte, die Klasse2000 an ihrer Schule durchführen, geben an, an einer Schule aus einem „sozialen Brennpunkt“ zu unterrichten. Lehrkräfte aus diesen „Brennpunkt-Schulen“ beurteilen das Unterrichtskonzept positiver als ihre Kollegen. Unterschiede hinsichtlich Intensität und Konzepttreue der Programmumsetzung bestehen nicht. Insgesamt zeigt sich, dass Klasse2000 von Lehrern an Grundschulen in sozialen Brennpunkten akzeptiert wird und erfolgreich implementiert werden kann.

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