Onlineberatung von Eltern und Jugendlichen als präventive Maßnahme der Jugendhilfe

Heinz Thiery
Bundeskonferenz für Erziehungsberatung
Eine Vielzahl von Eltern und eine noch größere Zahl von Jugendlichen machen von Ihrem Recht auf Beratung zu Familie und Erziehung keinen Gebrauch. Individuelle Hemmschwellen behindern die Kontaktaufnahme mit einer örtlichen Beratungsstelle, obwohl diese Hilfen grundsätzlich niedrigschwellig erreichbar sind. Jugendliche sind mit einem Anteil von ca. 12 % der Ratsuchenden deutlich unterrepräsentiert.
Mit dern von der Jugendministerkonferenz im Jahr 2003 beschlossenen bundesweiten Onlineberatung gelingt es seitdem erfolgreich, beide Gruppen anzusprechen. Erfreulich ist, dass insbesondere Jugendliche das Medium annehmen, um über ihre Sorgen und Ängste zu sprechen, Beratung im Vier-Augen-Kontakt anzunehmen oder im Forum an einer moderierten Selbsthilfe zu partizipieren. Die Onlineberatung erreicht jenen Teil der Population, der die vor Ort vorgehaltenen Hilfen nicht in Anspruch nehmen will.
Den Ratsuchenden wird Anonymität zugesichert, ein Umstand, der es insbesondere Opfern sexueller Gewalt leicht macht, das Geschehene zu thematisieren und - u.a. von anderen Betroffenen - zu erfahren, welche Schritte helfen können, das Trauma zu bearbeiten.
Zugleich liefert das Projekt wertvolle Erkenntnisse über die Bedarfe dieser Zielgruppe und die Art und Weise, wie mit ihr kommuniziert werden muss.

Zitation

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