InduS - Integration durch Sprache, eine spezielle amb. Maßnahme im Jugendstrafverfahren

Rainer Mollik
Jugendamt Dresden

InduS ist ein spezielles Angebot der Dresdener Jugendhilfe/JGH, durchgeführt durch den beauftragten Träger der freien Jugendhilfe Arbeit und Lernen e.V., in dem seit 1. Juli 2015 straffällige bzw. gemäß §98 OWiG wegen Schulschwänzens i.d.R. nichtdeutsche junge Menschen (insbes. z.Z. Kriegsflüchtlinge), die die deutsche Sprache nicht bzw. nur unzureichend beherrschen, betreut werden. Vordergründig dient das Angebot dem pflichtigen Anspruch auf jugendhilfliche Unterstützung (§§ 1,52 SGB VIII i.V.m. §§ 2 Abs. 1, 38 i.V.m. 9 ff. JGG) bei Vorliegen eines Jugendstrafverfahrens oder eines bei der JGH anhängigen OWi-Verfahrens wg. unentschuldigtem Nichtschulbesuches. Unter Anleitung und sozialer Betreuung, wo auf unterschiedlichste Unterstützungsbedarfe und Fähigkeiten eingegangen wird, werden – unabhängig von Nationalität und Sprachkenntnis – gem. Stunden abgeleistet bzw. eine Schadenswiedergutmachung durchgeführt. Bedingt durch rechtliche- und kulturelle, gesellschaftliche Unterschiede sowie insbes. auch sprachliche Defizite, legt das Angebot dort, neben der konkreten bedarfsbezogenen Vermittlung zu anderen weiterführenden Hilfen, einen Schwerpunkt. Damit soll eine perspektivische Integration in Deutschland (Regelwerkkenntnisse, Sprach- Kulturkenntnisse usw.) erleichtert werden, um möglichst der Bildung von Parallelgesellschaften und einer Verstetigung von Fehlverhalten vorzubeugen.

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Integration