Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung: Erkenntnisse über die TäterInnen

Bettina Zietlow
Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen

Menschenhandel ist ein Verbrechen und eine Verletzung der Menschenrechte. Intensive Migrationsbewegungen erhöhen das Risiko, Opfer dieser Straftat zu werden. Aus diesem Grund stellt sich die Frage, mittels welcher Strategien dem Menschenhandel wirksam begegnet werden kann. Zu den Opfern des Menschenhandels liegen Erkenntnisse verschiedener Studien vor. Eine eigenständige TäterInnen-Forschung gibt es hingegen bislang nicht. Bekannt sind nur einige wenige vorwiegend demographische Informationen über diese Personengruppe. Über das Vorgehen bei der Anwerbung, die Verbringung bzw. die Durchführung der Ausbeutung hier in Deutschland liegen kaum Informationen vor. Im Rahmen des Verbundprojekts „Prävention und Intervention bei Menschenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung (PRIMSA)“ wird sich deshalb auch auf die Untersuchung der TäterInnen konzentriert. Im Vortrag werden Ergebnisse aus der Befragung von TäterInnen, den Interviews mit Experten, einer Freierbefragung und der Analyse von über 500 Verfahrensakten präsentiert. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass es keine dominante Tätergruppe gibt, sondern dass sich – z.T. mit der Herkunft der Opfer in Zusammenhang stehend – verschiedene Gruppierungen mit eigenen Arbeitsweisen unterscheiden lassen. Dem entsprechend werden Überlegungen zu passenden Präventionskonzepten sowie erfolgreicher Ermittlungsarbeit vorgestellt.

verwandte Schlüsselbegriffe

Täter Menschenhandel