Pädagogische Flüchtlingsarbeit

Lisa Schneider
Technnische Universität Dortmund

Angesichts der aktuellen Debatte um die Einwanderung geflüchteter Menschen wird die Diskussion um Obergrenzen gesellschaftlicher Aufnahmekapazität laut. In Anbetracht der Tatsache, dass sich unter den Geflüchteten viele junge (un-)begleitete Menschen befinden, wird es in den nächsten Jahren eine zentrale pädagogische Aufgabe sein, die Arbeit mit ihnen inhaltlich zu gestalten. Der fachliche Diskurs endet bislang bei Fragen der Altersfeststellung, der Inobhutnahme und des Clearingverfahrens. Die konzeptionelle Auseinandersetzung mit Flucht sowie die Entwicklung pädagogischer Standards haben jedoch zu wenig Beachtung gefunden.
Das Sozialgesetzbuch VIII normiert den Auftrag, das Recht auf Bildung und die Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung für alle jungen Menschen umzusetzen – das gilt auch für (un-)begleitete minderjährige Geflüchtete. Ihre Ziele und Bedürfnisse unterscheiden sich dabei wenig von denen anderer junger Menschen – auch sie benötigen eine feste Bezugsperson, einen geregelten Zugang zu Bildungsinstitutionen, ein ansprechendes Freizeitangebot und das Gefühl, in dieser Welt erwünscht zu sein.

Dieser Beitrag greift die Frage nach den Gelingensbedingungen einer reflektierten, kultursensiblen Praxis pädagogischen Handelns auf, die die jungen Geflüchteten zur Bewältigung des kritischen Lebensereignisses Fluchtgeschichte und einem selbstständigen Leben ermächtigt.