Sicherheit, Freiheit & Dialog

Johannes Maaser
Philipps-Universität
Prof. Dr. Ulrich Wagner
Philipps-Universität Marburg

Eine Universitätsstadt in Hessen, ein Todesfall in der Altstadt, offener Wahlkampf, laute Stimmen, die ein Durchgreifen fordern: Das Spannungsfeld Prävention und Freiheit ist bei Konflikten um Sicherheit im öffentlichen Raum greifbar. Debatten um Raumnutzung sind oft von Unsicherheitsgefühlen bezogen auf bestimmte Gruppen, gesellschaftlichen Konfliktlinien und Veränderungsprozessen geprägt. Das Leitkonzept Sicherheit wird dabei meist mit anderen Belangen wie Lärmbelastung vermischt. Zwar kann auch Lautstärkereduktion zur Steigerung des Sicherheitsempfindens beitragen. So erzielte Aufwertung des Raums für manche Interessengruppen kann für andere aber eine Abwertung bedeuten. Präventionspraxis wird für Verantwortliche dadurch zu einem Dilemma: Sollen sie ordnungsrechtlich intervenieren oder partizipative Ansätze wählen, die auf Verständigung unterschiedlicher Interessen- und Nutzergruppen setzen? Im vorgeschlagenen Beitrag beleuchtet das kommunale Präventionsprojekt „EinSicht–Marburg gegen Gewalt“, welche Wege zur Regelung dieser Interessenkonflikte in Marburg gegangen werden: Marburgs Oberstadt-Dialog, ein interdisziplinärer Ansatz, in dem das Projekt EinSicht eine Mittlerrolle einnimmt. An diesem Beispiel soll illustriert und diskutiert werden, welche Chancen partizipative Prävention eröffnet und wo Grenzen verständnis-, verständigungs- und konsensorientierter Lösungen liegen.

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