Projekt "Gewaltfreie Pflege"

Gewalt gegen Pflegebedürftige ist ein soziales Problem - nicht nur die öffentlich werdenden skandalisierten Fälle in der professionellen Pflege älterer Menschen, sondern auch die alltägliche Missachtung von Selbstbestimmung in Form von Vernachlässigung, körperlichen Verletzungen und seelischer Schädigung. Pflegende Angehörige sind häufig überfordert und schämen sich, Hilfe zu holen oder Pflegekurse zu besuchen. Bei professionellen Pflegeanbietern und auch in den Kommunen sind bislang Zuständigkeiten nicht geklärt, wenn ein Gewaltverdacht in der Pflege auftaucht. Es fehlen zentrale Ansprechpartner mit klar zugewiesener Verantwortlichkeit. Das Projekt „Gewaltfreie Pflege“ entwickelt zusammen mit den Kommunen Stuttgart, Potsdam, Dortmund und dem Landkreis Fulda kommunale Konzepte zur Prävention von Gewalt gegen Ältere in der Langzeitpflege. Aufbauend auf den Empfehlungen des europäischen Projektes Milcea werden mit lokalen Akteuren Handlungsketten entwickelt, Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten geklärt und Ansprechpartner benannt. Flankiert werden diese Arbeiten durch Maßnahmen der Sensibilisierung von Professionellen und pflegenden Angehörigen wie auch der kommunalen Akteure und der Öffentlichkeit vor Ort. Das Projekt wird vom MDS koordiniert, von der Universität zu Köln wissenschaftlich begleitet und vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert. Laufzeit: 7/2013-12/2014.