Prävention braucht Grundlagenforschung. Ideen zur Konzeption universeller Gewaltprävention

Prof. Dr. Dieter Hermann
Universität Heidelberg

Wird Kriminalprävention auf der Grundlage der Beccaria-Standards betrieben, ist die Einbeziehung von Grundlagenforschung selbstverständlich. Ein wichtiger Aspekt dieser Standards ist die Analyse von Entstehungsbedingungen, und dazu müssen Studien zu Ursachen der relevanten Handlungen berücksichtigt werden. Dadurch ist es möglich, Prävention ursachenorientiert und damit möglichst effizient und nachhaltig zu entwickeln. Eine solche Vorgehensweise soll an einem Beispiel demonstriert werden, nämlich die Konzeption von Maßnahmen zur universellen Gewaltprävention. Die Grundlagenforschung dazu befasst sich mit Entstehungsbedingungen von Gewaltbereitschaft bei Kindern und Erwachsenen. Es müssen verschiedene Hypothesen verglichen werden: Liegt die Ursache der Gewaltbereitschaft von Kindern in der Gewaltbereitschaft der Eltern, wird also diese Disposition „vererbt“ oder sind individuelle Merkmale die zentrale Ursache für Gewaltbereitschaft? Zudem ist die Frage nach der Stabilität dieser Disposition von Interesse. Die Beantwortung dieser Fragen erfolgt mittels einer deutschlandweiten Panelstudie mit Eltern und ihren Kindern. Dabei zeigt sich, dass Gewaltbereitschaft nicht direkt übertragen wird, sondern dass Wertorientierungen eine zentrale Rolle im Transmissionsprozess spielen. Die Ergebnisse dieser Analyse sind dann die Grundlage für die Konzeption von Präventionsmaßnahmen.

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