Rechtsextrem orientierte Eltern (im Sport) – eine Form der Kindeswohlgefährdung

Angelika Ribler
Sportjugend Hessen

Ein Junge (7 Jahre) möchte Fußball in einem Verein spielen. Normalerweise kein Problem. Nicht so in einer hessischen Gemeinde, in der der Vater des Jungen ein so genanntes „Nationales Bildungszentrum“ aufgebaut hat. Hier werden Kaderschulungen durchgeführt. Der ganze Ort diskutiert, wie man mit den Kindern der rechtsextrem orientierten Eltern umgehen soll: einerseits könne man die Kinder nicht in Sippenhaft nehmen und müsse ihnen ein „normales“ Leben mit vielen alternativen Angeboten ermöglichen. Andererseits wolle man die Eltern nicht einfach als normale "Fußball-Eltern" im Verein integrieren. In der Mannschaft wird der Junge von seinen Mitspielern abgelehnt – er selbst spricht andere Kinder bereits mit „Kameraden“ an.

In dem Projekspot soll anhand von Beratungsfällen aus dem Sport diskutiert werden, inwieweit Kinder und Jugendliche, deren Eltern oder andere Bezugspersonen rechtsextreme bzw. rassistische Ideologien leben, in ihrem Aufwachsen gefährdet sind. Welche (präventiven) Maßnahmen und Angebote erscheinen sinnvoll, um der Problematik des „Integrierens oder Ausschließens" gestärkt begegnen zu können? Hierbei soll eine Verbindung zu dem Thema „Sexualisierte Gewalt“ hergestellt werden, das im organisierten Sport und in vielen anderen Institutionen im Kontext der Kindeswohlgefährdung eine große präventive Aufmerksamkeit erfährt – im Gegensatz zum Thema Rechtsextremismus.

verwandte Schlüsselbegriffe

Sport sexualisierte Gewalt Rechtsextremismus Kindeswohlgefährdung