Aufsuchende Betreuung durch Familienhebammen bei Risikofaktoren in Schwangerschaft und Säuglingszeit = optimale Prävention vor Kindesvernachlässigung

Prof. Dr. A. Windorfer
Stiftung EINE CHANCE FÜR KINDER
Die Stiftung EINE CHANCE FÜR KINDER,. hat es sich zum Ziel gesetzt durch den Einsatz von Familienhebammen Kinder vor Vernachlässigung zu bewahren. Der günstigste Zeitpunkt, um eine gute Mutter-Kind-Bindung und die Vermeidung von Risikofaktoren erreichen zu können, ist die Schwangerschaft oder zumindest die Säuglingszeit eines Kindes. Seit dem Jahr 2002 setzt die Stiftung EINE CHANCE FÜR KINDER daher in niedersächsischen Kommunen zu Familienhebammen fortgebildete Hebammen ein, um Risikofaktoren in Bezug auf drohende Kindesvernachlässigung während der Schwangerschaft und in der Säuglingszeit erkennen und geeignete Maßnahmen zu ihrer Vermeidung bzw. Verminderung einleiten können. Waren in den Jahren 2002 – 2006 lediglich 12 Familienhebammen in 4 niedersächsischen Kommunen eingesetzt, so sind es im Jahr 2007 bereits 105 Familienhebammen in 20 Kommunen. In den Jahren 2002 – 2006 konnte die Betreuung von über 500 Frauen und ihren Kindern wissenschaftlich dokumentiert und ausgewertet werden. Bei annähernd 40% der betreuten Frauen und ihren Kindern ließen sich durch die aufsuchende Betreuung der Familienhebammen bestehende Risikofaktoren hinsichtlich einer drohenden Kindesvernachlässigung ganz beseitigen. In weiteren 40% konnte die Gefahr deutlich vermindert und nach Ende des ersten Lebensjahres eines Kindes die aufsuchende Betreuung an andere Professionen übergeben werden. Lediglich bei 20% der betreuten Familien mussten andere intensive Maßnahmen der zuständigen Jugendbehörden eingesetzt werden. Die Auswertung der aufsuchenden Arbeit der Familienhebammen für die Jahre 2002 – 2006 wird im Detail vorgestellt.

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