Gewaltkarrieren von Jugendlichen

Dr. Ferdinand Sutterlüty
Institut für Sozialforschung

Am Beispiel von jugendlichen Wiederholungstätern aus der Skinheadszene und türkischen Cliquen beschreibt der Vortrag die Entstehung und Entwicklung von Gewaltkarrieren. Nach der Analyse einer ersten Phase, die von Erfahrungen der Viktimisierung in der Familie geprägt ist, aber auch Vorboten einer gewaltsamen Rückgewinnung von Handlungsmacht und Anerkennung aufweist, geht der Referent auf epiphanische Erfahrungen der Gewaltausübung ein. Diese markieren biographische Wendepunkte und führen den Wechsel von der Opfer- in die Täterrolle herbei. Daran anknüpfend zeigt der Vortrag drei wesentliche Aspekte gewalttätiger Handlungsmuster auf, die für eine zweite Phase von Gewaltkarrieren charakteristisch sind: gewaltaffine Interpretationsregimes, mit deren Hilfe sich die lange ungeklärte Frage beantworten lässt, wie familiäre Gewaltzusammenhänge in jugendliche Lebenswelten transferiert werden; intrinsische Gewaltmotive, die aus berauschenden Erfahrungen der Gewaltausübung hervorgehen; und Gewaltmythologien, mit denen die Jugendlichen die Gewaltsamkeit normativ auszeichnen und in ihren Wirkungen glorifizieren. Der Vortrag schließt mit einer knappen Reflexion darauf, inwiefern die dargestellte Entwicklungsdynamik von Gewaltkarrieren für Fragen der Prävention relevant ist.

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