Neue Medien, Wertebildung, Verhalten und Kontrolle

Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer
Universitätsklinikum Ulm

Das Gehirn lernt immer. Diese Tatsache gehört zu den wichtigsten Erkenntnissen der Neurowissenschaft aus den vergangenen 20 Jahren. Wann immer wir wahrnehmen,
denken, fühlen, erleben, entscheiden und handeln, werden in unserem Gehirn elektrische Signale von Nervenzelle zu Nervenzelle weitergereicht und damit verarbeitet. Diese Weiterreichung
von Signalen über Nervenverbindungen (Synapsen) führt zur Änderung der Übertragungsstärke an den Verbindungen.
So kommt es langfristig dazu, dass sich unser Gehirn, die Hardware, nach Maßgabe unserer Erfahrungen (der Software, die auf der Hardware läuft) verändert. Man
spricht seit über 100 Jahren von Gedächtnisspuren, aber erst die moderne Neurobiologie hat gezeigt, wie wörtlich man diese Entstehung von Spuren nehmen kann: Wir benutzen
unser Gehirn und dadurch entstehen in ihm Spuren seinesGebrauchs. Wir nennen diesen Vorgang Lernen. Wichtig ist dabei, dass nicht einzelnes gelernt wird, sondern das
Allgemeine hinter den Einzelheiten. Dies trifft für das Laufen, das Sprechen und natürlich auch für das Bewerten zu. Um die einmal gelernten Werte in Handeln umzusetzen, braucht es den Willen hierzu. Auch diese Fähigkeit wird durch Trainingerworben, ähnlich einem Muskel, der zwar durch unsere
Genetik angelegt ist, der aber trainiert werden muss, um voll ausgebildet zu sein. Anhand von Beispielen wird gezeigt, wie die Bildung der richtigen Werte und ihre Anwendung im konkreten Alltag gefördert werden kann.

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