Medien und Gewalt - Forschungsstand und kriminalpräventive Vorschläge

Prof. Dr. Dieter Hermann
Universität Heidelberg

Die einseitig ausgerichteten Medienberichte über Sexualität und Kriminalität führen zu dem Bild, dass gesellschaftliches Handeln von diesen Themen bestimmt wird. Eine zu starke Ausrichtung auf schockierende Themen schafft negative Vorbilder und verängstigt bzw. verunsichert die Bevölkerung. Auch wenn die empirischen Studien über die Beziehung zwischen dem Konsum von medialer Gewalt zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, zeigen Meta-Analysen eindeutige Ergebnisse: Mit zunehmender Aktualität der Studie steigt der Zusammenhang zwischen dem Konsum von Gewaltmedien und Gewalthandeln, allerdings sind die kausalen Beziehungen unklar. Der Forschungsstand zu dieser Fragestellung soll kritisch dargestellt und durch eine eigene empirische Untersuchung ergänzt werden. Dabei wird das Phänomen makrosoziologisch betrachtet: nicht Individuen, sondern Gesellschaften sind die Untersuchungsobjekte. Aus den Ergebnissen können Präventionsmaßnahmen abgeleitet werden, die über die gängigen Strategien wie Stärkung der Medienkompetenz und freiwillige Selbstkontrolle hinausgehen. Erfolg versprechend wäre erstens eine gesellschaftliche Diskussion über die Verantwortung der Medien, die zwischen Informationspflicht und Gewinnmaximierung eingebunden sind, zweitens eine Erhöhung des Bildungsniveaus der Rezipienten, drittens eine Stärkung des Sozialkapitals der Gesellschaft und schließlich die kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Wertekultur.

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