Gewaltberichterstattung im Fernsehen: Wie die Medien ihre eigene Wirklichkeit schaffen

Dr. Thomas Hestermann
Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation MHMK

Wie Fernsehschaffende über Gewaltkriminalität berichten, hängt weitgehend davon ob, wovon sie sich hohe Einschaltquoten versprechen. Der Medienwissenschaftler und Fernsehjournalist Dr. Thomas Hestermann hat die Macher interviewt und ihre Berichterstattung untersucht. Seine Analyse zeigt, wie Mediengewalt entsteht. So wird deutlich, warum die Medien bevorzugt über tödliche und sexuelle Gewalt berichten und warum sie Opfer in den Mittelpunkt stellen – vor allem Kinder. Das aus journalistischer Sicht ideale Opfer ist jung, weiblich, deutsch, unschuldig und stammt aus besseren Verhältnissen. Was einem solchen Opfer geschieht, so nehmen die Fernsehschaffenden an, geht dem Publikum nahe. Zugleich wird die Gewalt an alten Menschen und nichtdeutschen Opfern fast vollständig ausgeblendet.

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