Cybermobbing, virtuelle Gewalt, virtuelle Welten - das Internet verändert die Kultur

Heinz Thiery
Bundeskonferenz für Erziehungsberatung

Jugendliche bezeichnen das an Schulen allgegenwärtige Mobbing als wahrscheinlichsten Auslöser der aktuellen school-shootings. Aus wissenschaftlicher Sicht muss geprüft werden, ob das Phänomen "Mobbing" von Jugendlichen überbewertet wird. Zugleich muss kritisch hinterfragt werden, ob die "soziale Reichweite" der durch die Medien etablierten Parallelwelten schon zureichend erfasst und bewertet ist. Denn mit den neuen Medien verlängert sich die Reichweite sozialer Ausgrenzung (= Mobbing) erheblich, die Betroffenen sind gegenüber den negativen Auswirkungen weitestgehend wehrlos. Über das Internet abgegebene negative Bewertungen können von den Betroffene faktisch nicht verhindert und (dauerhaft) abgestellt werden. Juristisches Vorgehen gegen Falschdarstellungen wird durch das "lange Gedächtnis" von Google und Co unterlaufen, einmal in die Welt gesetzte (falsche) Informationen bleiben im Internet über lange Zeit verfügbar.
Im Mittelpunkt der Überlegungen steht die Frage, welche aktuellen und künftigen Auswirkungen die vorstehend skizzierten Parallelwelten haben und ob und wie eine gesellschaftlich tragfähige Internetkultur etabliert werden kann. Dabei müssen auch die datenschutz- und persönlichkeitsrechtlichen Aspekte teilweise neu bewertet werden.

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