01.06.2015

Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen präsentiert sich auf dem 20. Deutschen Präventionstag in Frankfurt am Main

KÖLN, 1. Juni 2015

Am 8. und 9. Juni findet in Frankfurt am Main der 20. Deutsche Präventionstag statt. Ministerpräsident Volker Bouffier, Schirmherr der Veranstaltung, wird den Kongress am 8. Juni zusammen mit Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, und Erich Marks, Geschäftsführer des Deutschen Präventionstages, im Congress Center der Messe eröffnen. Auch Asli Bayram und Sebastian Rode, Botschafter des Landespräventionsrats Hessen, haben sich angekündigt.

Der Deutsche Präventionstag ist der größte europäische Kongress speziell für das Arbeitsgebiet der Kriminalprävention sowie angrenzender Präventionsbereiche. Schwerpunkt des diesjährigen Kongresses ist das Thema „Prävention rechnet sich. Zur Ökonomie der Kriminalprävention“.

Das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) ist mit einem eigenen Stand (Nr. 156) bei dem Kongress vertreten und wird über die Angebote des Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen informieren.

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ wurde im März 2013 beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben eingerichtet und ist das erste bundesweite Beratungsangebot für Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Unter der Nummer 08000 116 016 und via Online-Beratung über die barrierefreie Webseite www.hilfetelefon.de können sich Betroffene zu allen Formen von Gewalt anonym und kostenfrei beraten lassen. An 24 Stunden und 365 Tagen im Jahr stehen mehr als 60 qualifizierte Beraterinnen den Anrufenden vertraulich zur Seite und vermitteln sie bei Bedarf an Unterstützungsangebote vor Ort.

Das Angebot richtet sich auch an Angehörige von Betroffenen sowie an Fachkräfte wie Ärzte, Lehrer oder Sporttrainer, die sich beraten lassen können, z.B. wenn eine Patientin, Schülerin oder Sportlerin in ihrem Umfeld von Gewalt betroffen ist oder es zu sein scheint.

Sowohl die Telefon- als auch die Onlineberatung erfolgen anonym und vertraulich: Anrufe können nicht zurückverfolgt werden, E-Mail-Austausch und Chat sind anonymisiert.

Sprachbarrieren gibt es nicht: Jederzeit können Dolmetscherinnen für 15 Sprachen zu den Gesprächen dazu geschaltet werden. Auch hörbeeinträchtigte Menschen können das Hilfetelefon mittels eines Gebärdensprachdolmetschdienstes kontaktieren.

In den zwei Jahren seines Bestehens hat das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ rund 100.000 Kontakte per Telefon, Chat und E-Mail gehabt, 45.000 qualifizierte Beratungen durchgeführt und damit über 28.000 von Gewalt Betroffenen Frauen niedrigschwellig und individuell beraten. Auch die anderen Zielgruppen des Hilfetelefons wurden erreicht: Mehr als 8.000 Personen aus dem sozialen Umfeld Betroffener sowie Fachkräfte nutzten das Angebot. Besonders häufig war häusliche Gewalt Anlass der Gespräche. Oft hatten die Anruferinnen noch nie mit jemandem über ihr Problem gesprochen.

Gewalt gegen Frauen ist ein gravierendes Problem in Deutschland. Rund 35 Prozent aller Frauen in Deutschland sind mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexueller Gewalt betroffen – so das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung der Europäischen Grundrechteagentur. Doch nur circa 20 Prozent dieser Frauen wenden sich an eine Beratungsstelle. Das Hilfetelefon unterstützt, bestärkt und ermutigt Frauen, die nächsten Schritte zu gehen und sich aus der Gewaltsituation zu lösen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.hilfetelefon.de.

Sie erreichen uns unter: 0221 3673-4489, presse@bafza.bund.de

Selbstverständlich können Sie auch persönlich in Frankfurt dabei sein und über den 20. Deutschen Präventionstag und über das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen berichten.

Sie finden uns im Forum unter der Standnummer 156.

Bitte akkreditieren Sie sich unter www.praeventionstag.de. Wir freuen uns auf Sie!