10.04.2012

Frühzeitige Prävention beginnt im Kindergarten

Papilio auf dem Deutschen Präventionstag (Halle B0, Stand H137)

Augsburg/München, 10. April 2012. Auf dem 17. Deutschen Präventionstag am 16. und 17. April im ICM in München präsentiert sich Papilio in Halle B0, Stand H137. Papilio ist ein Programm zur Gewalt- und Suchtprävention, das bereits im Kindergarten ansetzt. Die frühe Prävention wirkt nachhaltig, weil Kinder in diesem Alter die sozial-emotionalen Kompetenzen erwerben, die sie vor der Entwicklung von Sucht und Gewalt schützen. Das Programm ist in jedem Kindergarten einsetzbar. Seine Wirksamkeit wurde in einem Modellprojekt in den Städten und Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg nachgewiesen.

„Sicher leben in Stadt und Land“ lautet das Motto des 17. Deutschen Präventionstags im Internationalen Congress Center (ICM) in München. Der Deutsche Präventionstag ist der größte europäische Kongress speziell für Kriminalprävention und angrenzende Präventionsbereiche. Sicherheit hat viele Aspekte, aber unabhängig von Stadt und Land braucht Sicherheit eine Basis in der Gesellschaft, bei den Menschen selbst. Diese Basis liefert Papilio: Es fördert Kinder im Kindergarten so, dass sie die Kompetenzen mit auf ihren Lebensweg bekommen, die sie vor problematischen Entwicklungen wie Gewalt und Sucht schützen.

Warum schon im Kindergarten?
Internationale Studien belegen, dass Verhaltensstörungen ein zentraler Risikofaktor für spätere problematische Entwicklungen sind. Und dass umgekehrt sozial-emotionale Kompetenzen vor Risiken schützen. Verhaltensstörungen verfestigen sich etwa im Alter von acht Jahren. Die sozial-emotionalen Kompetenzen entwickeln sich vom 2. bis zum 8. Lebensjahr. Der Kindergarten ist also der zentrale Ort, wenn man rechtzeitig präventiv ansetzen will – und genau das tut Papilio.

Das pädagogisch-psychologische Programm wurde speziell für den Kindergarten entwickelt. Mit ihrer Erzieherin als zentraler Vermittlungsperson und spielerischen Maßnahmen lernen die Drei- bis Sechsjährigen positives Sozialverhalten sowie den angemessenen Umgang mit Emotionen. Sie üben soziale Regeln und vermindern somit Verhaltensauffälligkeiten. „Unser Ziel ist, Kinder in ihrem sozialen und emotionalen Verhalten positiv zu stärken, damit sie andere Argumente finden, als z.B. Konflikte mit zuschlagen zu lösen“, erklärt Heidrun Mayer, geschäftsführende 1. Vorsitzende des Papilio e.V.

Als eines der wenigen einschlägigen Programme wurde Papilio in einer Studie mit nahezu 700 Kindern evaluiert. Es wurde belegt, dass Papilio erste Verhaltensauffälligkeiten reduziert und die sozial-emotionale Kompetenz steigert.

Praktikabel und nachhaltig im Kindergartenalltag
Ein wichtiger Aspekt von Papilio ist, dass es nicht nur nachweisbar wirkt, sondern dass es in jedem Kindergarten eingeführt und dauerhaft umgesetzt werden kann. Damit sind mit Papilio nahezu alle Kinder in Deutschland erreichbar. Weit über 4.000 ErzieherInnen haben die entsprechende Papilio-Fortbildung bereits absolviert. Die ständige Präsenz der Maßnahmen im Kindergarten begründet den nachhaltigen Erfolg von Papilio. Kinder mit Auffälligkeiten erfahren keine Sonderbehandlung, aber die Studie konnte nachweisen, dass sie ganz besonders von Papilio profitieren.

Zahlreiche Partner unterstützen Papilio
Träger des Programms ist der Papilio e.V. in Augsburg. Die Robert-Bosch-Stiftung und Auridis fördern die Verbreitung von Papilio in Deutschland, über 90.000 Kinder wurden mittlerweile erreicht. Zahlreiche weitere Partner unterstützen Papilio auf Bundeslandebene. Die wissenschaftliche Begleitung leistet Prof. Dr. Herbert Scheithauer von der Freien Universität Berlin.

Ein Modellprojekt für Kindergärten in Brennpunkt-Stadtteilen startete im Herbst 2010. Es wird von der Stiftung Wohlfahrtspflege Nordrhein-Westfalen gefördert und in Kooperation mit folgenden Wohlfahrtsverbänden umgesetzt:

  • Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Westliches Westfalen
  • Caritasverband für das Bistum Essen und Caritasverband für das Erzbistum Paderborn
  • Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe
  • Paritätischer Wohlfahrtsverband NRW

Nähere Informationen finden Sie unter www.papilio.de und unter www.praeventionstag.de.

Pressebilder in druckfähiger Auflösung finden Sie unter:
http://www.papilio.de/info_presse-fotos.php

Pressekontakt Papilio:
Andrea Finkel, Tel. 0821 24 26 302-23
E-Mail: medien@papilio.de

Papilio e.V.
www.papilio.de
1. Vorsitzende: Heidrun Mayer
Ulmer Str. 94, 86156 Augsburg, Amtsgericht Augsburg Vereinsregister VR 200829