01.08.2016

Aus aktuellem Anlass: Deutscher Präventionstag mahnt zur Besonnenheit und wiederholt Forderung nach gesamtgesellschaftlicher Präventionsstrategie

HANNOVER. Aus aktuellem Anlass wiederholt der Deutsche Präventionstag seine Forderung nach Präventionszentren auf kommunaler Ebene. In diesen Präventionszentren sollen Vertreter aller Präventionsbereiche – zivilgesellschaftliche Einrichtungen, Jugendhilfe, Polizei und Justiz, bildungs- und sozialpolitische Einrichtungen, die Bereiche Public Health, Medien, Wirtschaft etc. – zusammenarbeiten und damit die Grundlage für eine systematische, gesamtgesellschaftliche und insbesondere nachhaltige Präventionsstrategie und Präventionspolitik legen.

Obwohl der Leitgedanke „Prävention vor Repression“ kriminalpolitisch im Grundsatz unbestritten ist, werden aktuell weder ausreichend personelle noch finanzielle Ressourcen zur Verfügung gestellt, geschweige denn, dass Gesetze, Maßnahmen, institutionelle Einrichtungen und organisatorische Vorkehrungen konkret auf Prävention ausgerichtet werden. Die (Kriminal-)politik stellt sich regelmäßig taub gegenüber neuen wissenschaftlich kriminologischen Erkenntnissen und bedient sich nach wie vor lediglich strafrechtlicher Mittel nach dem Motto „more of the same“.

„Auch wir stehen aktuell unter dem Eindruck der schrecklichen Attentate der vergangenen Wochen und dieser Woche. Kurzfristiger Aktionismus hilft aber spätestens jetzt nicht mehr weiter“, so der Geschäftsführer Erich Marks. Er appelliert eindringlich an die politisch Verantwortlichen: „Haben Sie endlich den Mut und stellen Sie Fördermittel bereit, damit insbesondere auf kommunaler Ebene Präventionszentren entstehen und erprobt werden können.“

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