15.05.2014
Von einer wissensbasierten Kriminalpolitik kann derzeit keine Rede sein. Deutscher Präventionstag fordert deutliche Kurskorrektur

HANNOVER/KARLSRUHE. Zum Abschluss des 19. Deutschen Präventionstages in Karlsruhe forderte der Deutsche Präventionstag insbesondere die Bundespolitik auf, ihren Kurs in der Kriminalpolitik deutlich zu korrigieren: Obwohl der Leitgedanke „Prävention vor Repression“ kriminalpolitisch im Grundsatz unbestritten sei, würden weder personelle noch finanzielle Ressourcen zur Verfügung gestellt, geschweige denn, dass Gesetze, Maßnahmen, institutionelle Einrichtungen und organisatorische Vorkehrungen konkret auf Prävention hin ausgerichtet würden. Die Kriminalpolitik stelle sich regelrecht taub gegenüber neuen wissenschaftlich-kriminologischen Erkenntnissen und bediene sich nach wie vor lediglich strafrechtlicher Mittel nach dem Motto „more of the same“.

Die Karlsruher Erklärung basiert auf dem Gutachten „Prävention braucht Praxis, Politik und Wissenschaft“, das Dr. Wiebke Steffen im Auftrag des Deutschen Präventionstages erstellt hat. Das Gutachten und die Karlsruher Erklärung finden Sie in der Anlage.

Den 19. Deutschen Präventionstag haben in den vergangenen zwei Tagen mehr als 3.000 Teilnehmer besucht. Erich Marks, Geschäftsführer des Deutschen Präventionstages zog in der Abschlussveranstaltung eine sehr positive Bilanz: „Es war gut und richtig, das Thema „Prävention braucht Praxis, Politik und Wissenschaft“ aufzugreifen und zum diesjährigen Schwerpunktthema zu machen. Es gibt nach wie vor viel zu tun. Wir dürfen in unserem Bemühen um eine nachhaltige Kriminalprävention nicht nachlassen!“