Abschlussplenum

21. Mai 2019
15:15 - 16:15 Uhr
Eröffnungsplenum
Convention Hall II

Berliner Erklärung

Prof. Dr. Hans-Jürgen Kerner
Prof. Dr. Hans-Jürgen Kerner
Kongresspräsident

Neuköllner Auffruf

Stephan Voß
Stephan Voß
Alice Salomon Hochschule Berlin

Präventionsrede 2019

Prof. Dr. Antje Boetius
Prof. Dr. Antje Boetius
Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung
Abstract Vita

Polarregionen und Tiefsee:
Wie entdecken und schützen wir unbekanntes Leben

Die Arktischen und Antarktischen Ozeane sind von Eis bedeckt und die wenigsten erforschten Regionen der Erde. Nur wenige Forschungsschiffe konnten bisher dorthin vordringen. Seit den ersten Polarexpeditionen des 19. Jahrhunderts bleibt die Frage, wie Lebewesen sich auf extreme Kälte, nur saisonal verfügbares Sonnenlicht und damit kaum pflanzliche Nahrung einstellen können. Was in und unter dem Eis bis hinab in die Tiefsee lebt, welche Ökosysteme sich entlang der riesigen Bergrücken des arktischen Ozeans ausgebildet haben, ist kaum bekannt. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass der tiefe Arktische Ozean weitgehend unbekannte Lebensgemeinschaften birgt, die vielleicht sogar ein Analog zu Leben auf anderen eisbedeckten Himmelskörpern bieten. Doch beim Erforschen des unbekannten Raumes ist Eile geboten, denn die Veränderung der Arktis durch die Erwärmung und den Rückgang des Meereises geht mit unvorhergesehener Geschwindigkeit voran. Kaum sonst irgendwo auf der Erde verändern sich Wasser und Lufttemperaturen sowie die physikalischen und biogeochemischen Lebensbedingungen so schnell. Was bedeutet das für die Zukunft und wie wirkt sich das auf unser Leben aus? Der Vortrag verknüpft die Faszination am Erforschen und Entdecken dieses unbekannten Lebensraums mit drängenden Fragen zu Schutz und Nutzungskonzepten.

Antje Boetius ist Polar- und Tiefseeforscherin, Direktorin des Alfred Wegener Instituts, Helmholtz Zentrums für Polar und Meeresforschung und Professorin für Geomikrobiologie an der Universität Bremen. Geboren 1967 in Frankfurt am Main studierte Antje Boetius von 1986-1992 in Hamburg und San Diego Biologische Ozeanographie und promovierte in 1996 über Tiefseemikrobiologie. Nach Aufenthalten an verschiedenen Meeresforschungsinstituten etablierte sie von 2003 bis 2008 eine Arbeitsgruppe zur Erforschung Mikrobieller Habitate im Ozean am Max Planck Institut für Marine Mikrobiologie. Seit Ende 2008 leitet sie die Helmholtz-Max Planck Brückengruppe für Tiefseeökologie und –Technologie. 2009 erhielt Antje Boetius den hochdotierten Gottfried-Wilhelm-Leibniz Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und wurde zum Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt sowie der Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz. Von 2010-2016 war sie Mitglied des Wissenschaftsrates Deutschlands, seit 2013 die Vorsitzende seiner Wissenschaftlichen Kommission.

Antje Boetius hat an 49 Expeditionen auf internationalen Forschungsschiffen teilgenommen und beschäftigt sich derzeit vor allem mit Fragen der Auswirkungen des Klimawandels auf die Biogeochemie und Biodiversität des Arktischen Ozeans. Sie hat dafür kürzlich den ERC Advanced Grant des Europäischen Forschungsrates erhalten, sowie eine Reihe von renommierten Preisen im In- und Ausland. In 2011 hat sie ein umfassendes Sachbuch „Das dunkle Paradies“ über die Erforschung der Tiefsee gemeinsam mit ihrem Vater, dem Schriftsteller Henning Boetius veröffentlicht. 2018 erhielt sie den Communicator Preis des Stifterverbandes und der DFG. Im Oktober 2018 ist sie zudem mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet worden.

Ausblick und Verabschiedung

Erich Marks
Geschäftsführer des Deutschen Präventionstages